| Salzburger Nachrichten am 28. Juli 2005 - Bereich: kultur
Diagnose ohne Larmoyanz Kathrin Röggla, Erich
Müller und Brita Steinwendtner erhielten am Mittwoch die
Kulturfonds-Preise für Kunst und Wissenschaft der Stadt Salzburg.
SALZBURG (SN-bef). Der Internationale Preis für Kunst und Kultur aus
dem Kulturfonds der Stadt Salzburg geht an die 1971 in Salzburg geborene
Schriftstellerin Kathrin Röggla, die ihre Karriere in Salzburg über den
Literaturverein "erostepost" begonnen hat. Röggla lebt seit 1992 in
Berlin. Mit ihren Buchpublikationen (unter anderem "wir schlafen nicht"),
Radio- und Theaterarbeiten - zuletzt etwa das von Schorsch Kamerun bei den
Wiener Festwochen inszenierte Stück "draußen tobt die dunkelziffer" -
gehört sie zu den Lieblingen des deutschen Feuilletons. Stellvertretend
für Röggla, die sich derzeit in den USA aufhält, nahm
Schriftstellerkollege Ulrich Peltzer den Preis entgegen. Paul Jandl
(Kulturkorresponent der "NZZ" in Wien) beschrieb in seiner Laudatio im
Carabinieri-Saal des Schlosses Hellbrunn Rögglas Werk als "nicht
gemütlich, aber erschreckend komisch" und sprach von seiner Bedeutung als
"Diagnose, die jedoch frei von heute gängiger Larmoyanz" sei. Erich Müller, Leiter des interfakultären Fachbereichs Sport- und
Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg, erhielt den
Internationalen Preis für Wissenschaft und Forschung. Müller hat zusammen
mit der Firma Atomic und der Christian-Doppler-Gesellschaft das CD-Labor
"Biomechanics in Skiing" in Salzburg installiert. Beide Hauptpreise sind mit je 10.000 Euro dotiert. Der
Anerkennungspreis für das Lebenswerk, ebenfalls dotiert mit 10.000 Euro,
ging an Brita Steinwendtner, also an eine weitere Literatin. Sie hat sich
sowohl als Autorin als auch mit Filmen und Drehbüchern zu literarischen
Themen einen Namen gemacht. Der Preis gilt im Besonderen ihrem Engagement
für die Rauriser Literaturtage, die von ihr geleitet werden. Bei den Förderpreisen entschied das Kuratorium im Bereich Kunst und
Kultur zu Gunsten des Filmemachers und Fotografen Günter Schwaiger, für
seinen besonders in Spanien viel beachteten Film "Der Mord von Santa Cruz"
aus dem Jahr 2004. Der Streifen wurde auch bei der Diagonale in Graz
gezeigt. Den Förderpreis für Wissenschaft und Forschung erhielt das
Forschungsteam "Allergy Research Salzburg" der Universität Salzburg. Der
Europark-Kulturfonds-Jugendpreis ging geteilt an das Herz-Jesu-Gymnasium
für ein Videoprojekt und an die "Plattform - Freunde des Jazzit" für eine
Kinder- und Jugendworkshop-Reihe. Die Preisträger wurden heuer aus mehr als 70 Anträgen und 42 Bewerbern,
Teams und Institutionen aus den Bereichen Kunst, Kultur, Wissenschaft und
Forschung ausgewählt. |