Wien Museum ehrt Diefenbach

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Künstler und Kommunengründer mit alternativem Lebenskonzept der freien Liebe, das schließlich an autoritärem Verhalten zerbrach, was die Emigration in mediterrane Gefilde zur Folge hatte: Die Rede ist hier nicht von Otto Muehl, sondern von Karl Wilhelm Diefenbach (1851-1913). Dem exzentrischen Außenseiter widmet sich ab Donnerstag eine große Ausstellung in der Wiener Hermesvilla.
"Der Prophet. Die Welt des Karl Wilhelm Diefenbach" vereint rund 30 großteils nie öffentlich gezeigte Gemälde des Künstlers und die wichtigsten Teile seines 68 Meter langen Monumentalfrieses "Per aspera ad astra".
Der aus dem hessischen Hadamar stammende Diefenbach wandte sich während des Studiums an der Münchner Akademie der Bildenden Künste von Tabak, Alkohol und Fleischverzehr ab und der freien Liebesbeziehung zu, als er an Typhus erkrankte. Hinzu kam 1881 der Kirchenaustritt, bevor sich Diefenbach nach einem spirituellen Erweckungserlebnis sein Haar wachsen ließ und in Sandalen und Kutte durch Schwabing wandelte.
Seine erste Kommune gründete er 1885 im bayerischen Steinbruch Höllriegelskreuth, wobei es hier wegen seines autoritären Wesens bald Auseinandersetzungen innerhalb der Kommune und Probleme mit den Behörden gab. Nach nackten Sonnenbädern kam es zum ersten Nudistenprozess der deutschen Geschichte.
So nahm Diefenbach gerne eine Einladung des Österreichischen Kunstvereins nach Wien an, dem er elf Wandgemälde lieferte. Diefenbach gründete 1897 in Ober-St. Veit seine Landkommune "Himmelhof", wo er in Spitzenzeiten bis zu 24 Gleichgesinnte versammelte. Was folgte, war der Konkurs der Kommune 1899, was letztlich zur Emigration des Künstlers nach Capri führte, wo er bald vergessen seine letzten Jahre zubrachte.















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