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Kerstin Engholm Galerie. Nicht nur gehört Lois
Renner fix zum Inventar der Galerie, auch sein zehnjähriges
künstlerisches Schaffen - das die Ausstellung im Auszug präsentiert - ist
ein ständiges Inventarisieren. Schauplatz wie Thema seiner
photographischen Bilder sind ausnahmslos sein Atelier - früher als
Miniaturmodell der ehemaligen Werkstatt im Salzburger Elternhaus, jetzt
realiter mit sämtlichen Utensilien, die so ein Künstlerleben mit sich
bringt. Die Accessoires sind im Prinzip die gleichen geblieben, doch die
frühe Reduktion hat sich im Lauf der Zeit zu einem Wuchern gewandelt. Da
sieht man Farbtiegel, Wasserwaagen, Archivboxen, aber auch Kerzenleuchter
oder ein Bett mit Frau - weil sich in einem Künstlerleben die Dinge ja nie
so ganz auseinanderhalten lassen. Womit sich der Künstler als Romantiker
outet - auch das ein Thema seiner Arbeit (IV., Schleifmühlgasse 3; bis
2. März).
Galerie Wolfrum. Mit der Ausstellung "Moment : Zeit" stehen sich
hier zwei malerisch-graphische Positionen gegenüber, die konstrastreicher
kaum sein könnten. Da sind einmal die lyrischen, stets auf dem
Dualitätsprinzip beruhenden Kohle- und Acrylarbeiten der Lassnig-Schülerin
Gerlinde Thuma, die die Bereiche Figuration, Abstraktion und Natur
ausloten. Dem stehen spielerisch-strenge Recherchen zum Thema "Punkt" von
Barbara Höller gegenüber, bald auf MDF-Platten, bald auf Leinwand,
bald auf feinem Papier ausgeführt. Stets läßt die einstige
Mathematikstudentin auch wissenschaftliche Systematik einfließen, sei es,
daß sie mit der Bohrmaschine kreisrunde Farbschichten freilegt, sei es,
daß sie die Hinterfragung von Ordnungsprinzipien zum Thema macht (I.,
Augustinerstraße 10; bis 25. Februar).
Georg Kargl.
Hinter "Waiting for the Ice Age" verbirgt sich eine Reihe interessanter
junger Künstlerpositionen, die der amerikanische Kurator Michael Hall
ausgewählt hat. Zumal in Collagen und skulpturalen Beiträgen ist ein
Rekurs auf die Moderne spürbar, etwa bei Torbjörn Vejvi, Katarzyna
Jozefowicz oder Katja Strunz. Künstler wie Herbert
Hinteregger oder Gabi Trinkaus untersuchen Möglichkeiten einer
Rückbindung der Malerei an visuelle Aspekte der Alltagskultur. Eine ganz
eigene Position vertritt Markus Schinwald, der in seinen auf
Spiegel montierten Folienbildern und einem Video eine geheimnisvolle
Gegenwelt entwirft (IV., Schleifmühlgasse 5; bis 9. März).
© Die Presse | Wien
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