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13.02.2002 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN von JOHANNA HOFLEITNER


Kerstin Engholm Galerie. Nicht nur gehört Lois Renner fix zum Inventar der Galerie, auch sein zehnjähriges künstlerisches Schaffen - das die Ausstellung im Auszug präsentiert - ist ein ständiges Inventarisieren. Schauplatz wie Thema seiner photographischen Bilder sind ausnahmslos sein Atelier - früher als Miniaturmodell der ehemaligen Werkstatt im Salzburger Elternhaus, jetzt realiter mit sämtlichen Utensilien, die so ein Künstlerleben mit sich bringt. Die Accessoires sind im Prinzip die gleichen geblieben, doch die frühe Reduktion hat sich im Lauf der Zeit zu einem Wuchern gewandelt. Da sieht man Farbtiegel, Wasserwaagen, Archivboxen, aber auch Kerzenleuchter oder ein Bett mit Frau - weil sich in einem Künstlerleben die Dinge ja nie so ganz auseinanderhalten lassen. Womit sich der Künstler als Romantiker outet - auch das ein Thema seiner Arbeit (IV., Schleifmühlgasse 3; bis 2. März).

Galerie Wolfrum. Mit der Ausstellung "Moment : Zeit" stehen sich hier zwei malerisch-graphische Positionen gegenüber, die konstrastreicher kaum sein könnten. Da sind einmal die lyrischen, stets auf dem Dualitätsprinzip beruhenden Kohle- und Acrylarbeiten der Lassnig-Schülerin Gerlinde Thuma, die die Bereiche Figuration, Abstraktion und Natur ausloten. Dem stehen spielerisch-strenge Recherchen zum Thema "Punkt" von Barbara Höller gegenüber, bald auf MDF-Platten, bald auf Leinwand, bald auf feinem Papier ausgeführt. Stets läßt die einstige Mathematikstudentin auch wissenschaftliche Systematik einfließen, sei es, daß sie mit der Bohrmaschine kreisrunde Farbschichten freilegt, sei es, daß sie die Hinterfragung von Ordnungsprinzipien zum Thema macht (I., Augustinerstraße 10; bis 25. Februar).

Georg Kargl. Hinter "Waiting for the Ice Age" verbirgt sich eine Reihe interessanter junger Künstlerpositionen, die der amerikanische Kurator Michael Hall ausgewählt hat. Zumal in Collagen und skulpturalen Beiträgen ist ein Rekurs auf die Moderne spürbar, etwa bei Torbjörn Vejvi, Katarzyna Jozefowicz oder Katja Strunz. Künstler wie Herbert Hinteregger oder Gabi Trinkaus untersuchen Möglichkeiten einer Rückbindung der Malerei an visuelle Aspekte der Alltagskultur. Eine ganz eigene Position vertritt Markus Schinwald, der in seinen auf Spiegel montierten Folienbildern und einem Video eine geheimnisvolle Gegenwelt entwirft (IV., Schleifmühlgasse 5; bis 9. März).



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