Die Zeichen stehen auf Umzug. Nach der
Ausstellung "Zeitwenden" wendet sich auch das Blatt des "20er Hauses". Das
Museum Moderner Kunst, dessen Programm bisher auf die beiden Häuser,
Palais Liechtenstein und "20er Haus", aufgeteilt war, bereitet sich auf
seine Übersiedlung ins Museumsquartier vor.
Das bedeutet zunächst, dass das Palais Liechtenstein als
Ausstellungshaus geschlossen wird. Im Zuge dessen kommt dem 20er Haus eine
neue Bedeutung zu. Das Stahl- Glasgebäude dient nach dem Willen seines
Direktors Lorand Hegyi bis zur endgültigen Übersiedlung als Zwischendepot,
Verwaltungszentrum und Werkstatt.
Nach dem Umzug soll die von Karl Schwanzer entworfene Konstruktion
komplett renoviert werden. Damit wird ein wichtiges Gebäude der Moderne
revitalisiert. Der Bau wurde 1958 für die Weltausstellung in Brüssel
entworfen. Später wurde dieser Österreich-Pavillion nach Wien
transportiert und als Museum des 20. Jahrhunderts eröffnet.
Neue Verwendung
Die jetzt geplante Renovierung bedeutet aber auch, dass für Wien ein
Ausstellungsgebäude mit neuer Funktion entstehen soll, so sind jedenfalls
die Pläne in Elisabeth Gehrers Kultur- Ministerium. Das, dann ehemalige,
"20er Haus" könnte als Ausstellungshalle der Österreichischen Galerie oder
anderer Bundesmuseen dienen. Betrieben werden soll es ebenfalls von der
Österreichischen Galerie werden.
Das bedeutet, langfristig, dass Wien nach Fertigstellung des
Museumsquartiers eine neue Museumsachse erhält, zwischen Oberem Belvedere
und dem Schweizergarten, wo sich das "20er Haus" befindet. Nähere
Einzelheiten werden allerdings erst ausgearbeitet. Derzeit hat das
Museumsquartier Vorrang.
In diesem Zusammenhang steht auch die Verlängerung des Vertrags von
MMK-Leiter Lorand Hegyi. Sein Vertrag würde noch in diesem Jahr auslaufen,
doch über den aktuellen Stand der Verhandlungen hält man sich im
Bundesministerium bedeckt und auch Lorand Hegyi selbst möchte zur Zeit
noch keine Stellungnahmen dazu abgeben.
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Museum des 20. Jahrhunderts