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| 23.12.2003 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Kritik Ausstellung: Superflach im Kugel-Land | ||
| Das Rupertinum zeigt in Salzburg zeitgenössische Kunst aus Japan. Sehr schick, sehr teuer - und sehr glatt. | ||
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S Ein Erlebnis, dem man nicht ausweichen kann, meint der
Titel, und Recht hat er. Jedenfalls im Moment. Weder der Kunstmarkt, auf
dem der japanische Hyper-Medien-Realismus in den letzten Jahren boomte,
konnte den plakativ-dekorativen Comics-(Manga)-Motiven widerstehen, noch
der Augenblick dem aggressiven Erlebnis. Glatte Flächen, knallige Farben
und der glitzernde Schein der Kommerz-Kultur fusionierten zu "Tokio-Pop".
Dessen Star ist Takashi Murakami, 1962 geboren. Er richtete - Warhol lässt
grüßen - die Hiropon Factory ein, eine Plattform für junge Kunst,
kuratierte Ausstellungen seiner Kollegen und formulierte 2000 den
Theorie-Überbau zur Bewegung. "The Super Flat Manifesto" bringt es schon
im Titel auf den Punkt. Eine Generation, die unter massivem Einfluss vor allem
amerikanischer Kultur aufgewachsen ist, setzt die Flut an Medienbildern in
ihre eigene schrille Ästhetik um. So wird Heidi, 1972 von einer
japanischen Produktionsfirma zu einem der international erfolgreichsten
Zeichentrickfilme realisiert, eben zur Zen-Meisterin. Und Murakamis
kugelrunde Wunder-Welt verhilft schon einmal einer ganzen
Taschen-Kollektion von Louis Vuitton zu Kultstatus, wie die
Malerei-Ausstellung der heurigen Biennale Venedig gezeigt hat. "The magic
ball" (1999), eines seiner frühesten Großformatige dominiert die
Ausstellung im Rupertinum. Den tiefsten Eindruck aber hinterlassen die Vertreter der
poetischen Schiene des "Tokio Pops": Hinter Yoshitomo Naras Zeichnungen
von trotzigen Mädchen glimmt pure Boshaftigkeit. In seiner Heimat genießt
Nara den Status eines Popstars. Seine Motive finden sich auf unzähligen
Merchandising-Produkten vom Aschenbecher zum Häferl. Derartige Liebe - und
Erfolg - würden sich wohl auch europäische Künstler wünschen. Doch das
geschieht hierzulande meist erst, wenn sie sich nicht mehr wehren können.
Bis 14. 3. Di.-So. 10-18h, Mi. 10-21h. Tipp: kostümierte Zeichen-Performance von Shintaro Myake,
18. 1., 14 Uhr. |
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