| Salzburger Nachrichten am 11. Mai 2004 - Bereich: kultur
Das Museum als Spiel-Raum Stella Rollig, die
Nachfolgerin von Peter Baum, plant für das Linzer "Lentos"
Linz (SN, APA). Seit 1. Mai ist Stella Rollig neue Direktorin des
Linzer Kunstmuseums Lentos. Sie löst den Langzeit-Direktor Peter Baum ab,
der in der Neuen Galerie der Stadt Linz und seit einem Jahr im neuen
"Lentos" oftmals spektakuläre Ausstellungen programmierte. Am Montag
stellte Stella Rollig Grundzüge ihres Programms vor. Sie tragen eine
deutlich andere Handschrift. Der Start erfolgt mit einem Festprogramm zum
einjährigen Bestehen des neuen Museums. Bisher ist es von 130.000
Kunstfreunden besucht worden. "Lentos 1" lautet der Titel des Geburtstagsfestes am 15. Mai mit einem
umfangreichen Programm und bei freiem Eintritt. Bereits am Vortag werden
die zwei Ausstellungen "Live Sentence" von dem britischen Künstler Darren
Almond sowie "LICHT | BILD | REALITÄT - Atlas" von Gustav Deutsch und
Hanna Schimek, ergänzt durch Fotografien aus der hauseigenen Sammlung,
eröffnet. Almond überträgt in einer Live-Schaltung aus der Linzer
Justizanstalt Bilder und Geräusche ins weitgehend leere Museum, bei
Deutsch und Schimek geht es um das Problemfeld Sein und Schein, Abbild und
Realität. Zudem führt Stella Rollig eine neue Veranstaltungsreihe ein: Vier bis
fünf Mal pro Jahr lädt das Lentos zu "sonntags um 11" ein. Dabei will die
Direktorin mit internationalen Kollegen Gespräche über Funktionen und
Perspektiven des zeitgenössischen Museums führen. Der erste Gast ist am
27. Juni der Direktor des "Hauses der Kunst" in München, Chris Dercon.
Für Herbst plant Stella Rollig unter anderem erstmals die Beteiligung
des Museums am Festival ars electronica. Ab 15. Oktober wird
"Paula’s Home" gezeigt, eine Präsentation von Werken von
Künstlerinnen aus der Lentos-Sammlung, sowie eine Einzelpräsentation der
1965 in Niederösterreich geborenen und in München lebenden Künstlerin Uli
Aigner. Für 2005 ist unter dem Arbeitstitel "Culture Jamming" eine
thematische Auseinandersetzung mit subversiven Strategien in der Kunst
geplant. |