Bis 16. 4.
Die Gesten, Rituale und Symbole von Macht und Männlichkeit stehen im Zentrum der Performances, Videos und Fotoserien von Franz Kapfer (geb. 1971 in Fürstenfeld), der seine erste Einzelausstellung präsentiert. In seinen Arbeiten, in denen er Bezug nimmt auf die Tradition der Performancekunst und Body Art der 70er-Jahre, überarbeitet er männliche Identitätskonzepte mithilfe der Entwicklung von Alter Egos und anderen Bezügen zur antiken Mythologie.
Zu sehen ist u.a. das Projekt "Rom 2003", das aus Fotos, Plastiken und einem Video besteht und die Annäherungen zwischen Franz Kapfer, seiner Freundin und der gemeinsamen neunmonatigen Tochter thematisiert. Bunte "Plastiken" nehmen darin Bezug auf österreichische, alpine Fruchtbarkeitssymbole, lassen aber - aus billigen Plastikflaschen zusammengebaut - die Familienidylle fragwürdig erscheinen.
In "BIG GYM - Römischer Sommer im Foro Italico" (2000/01) belebt Kapfer steinerne Athleten der Antike, um die allzu fixen Zusammenhänge von Körper, Macht und Politik in der ironischen Brechung zu analysieren. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2006)