text breit  text schmal  
drucken 

derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
16. Februar 2007
14:39 MEZ
Link: kunsthaus-bregenz.at 
Hirst-Hai bei "Re-Object"
Große Ausstellung zur Ready-Made-Idee im Kunsthaus Bregenz

Bregenz - Der in 20 Tonnen verdünntem Formaldehyd konservierte Tigerhai des britischen Künstlers Damien Hirst ist die große Attraktion der Ausstellung "Re-Object" im Kunsthaus Bregenz (KUB) von 18. Februar bis 13. Mai. Insgesamt soll mit "Re-Object" gezeigt werden, was Künstler seit Generationen bewegt. Dazu werden Werke von Marcel Duchamp mit Arbeiten von Damien Hirst, Jeff Koons und Gerhad Merz zusammengebracht.

"Re-Object" setzt Duchamps Werke in Bezug zu den künstlerischen Strategien von Hirst, Koons und Merz, die allesamt von Duchamp beeinflusst sind. Kuratiert wird die Duchamp-Ausstellung vom Kunsthistoriker und Duchamp-Kenner Herbert Molderings, das Ausstellungskonzept stammt von KUB-Direktor Eckhard Schneider. Die Ausstellung im KUB widmet jedem der Künstler ein ganzes Stockwerk.

Ready-Made-Idee

Marcel Duchamp als Impulsgeber der Ready-Made-Idee stellt in der KUB-Werkschau die thematische Basis dar. Bewundert werden können im KUB die Ready-Mades "Roue de bicyclette" (Fahrrad-Rad), "Fountain" (Pissoir) und "In Advance of the Broken Arm" (Schneeschaufel). Daneben werden auch die in "Schachtel-Editionen" herausgegebenen Gedankenexperimente Duchamps zu sehen sein, etwa die grüne Schachtel von 1934 und die weiße Schachtel aus dem Jahr 1967. Gezeigt wird außerdem ein von 1935 bis 1941 in Form eines tragbaren Museums geschaffener Katalog seines Gesamtwerks unter dem Titel "La boite-en-valise" (Die Schachtel im Koffer).

Wegen des schlechten Zustands von Damien Hirsts Hai, der im Jahr 1991 unter dem Titel "The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living" entstand, entschied sich der Künstler dazu, ihn durch einen neuen zu ersetzen. In den vergangenen Monaten hat Hirst sein Vorhaben in seinem Atelier in London in die Tat umgesetzt. Das KUB zeigt nun das stillgelegte Raubtier, bevor es zurück in eine New Yorker Privatstiftung geht. "Wir können hier erstmals den neuen Hai zeigen, und es wird für lange Zeit das letzte Mal in Europa sein", zeigte sich Schneider bei der Presseführung stolz. Ebenfalls von Hirst zu sehen sein werden einige "dot paintings" sowie einer der bekannten "Medizinschränke".

Das KUB versammelt zudem Schlüsselwerke von Jeff Koons aus den vergangenen 20 Jahren in der Ausstellung, etwa aus der Werkserie "Luxury and Degradation" (1986), "Rabbit" aus "Statuary" (1986) oder das Werk "Pink Panther" aus "Banality" (1988). Als zentrale Stücke werden zwei Skulpturen aus der Serie "Celebration" zu sehen sein, darunter "Balloon Dog" (1994 bis 2000). Als Ergänzung sind neue Stücke aus den Serien "Popeye" und "Hulk" zu bewundern. Von Gerhard Merz wird eine neue Werkgruppe aus drei großformatigen Bildern und einem Lichtband aus 400 Leuchtstofflampen zu sehen sein. "Re-Object" wird komplettiert von den "KUB-Billboards", die von dem Vorarlberger Künstler Helmut King und Fotos seiner "Cigarette Box People" gestaltet werden. (APA)


© 2007 derStandard.at - Alle Rechte vorbehalten.
Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.