Was kommt nach der Kunst?

Seit 21 Jahren wird im barocken Palais Liechtenstein moderne Kunst gezeigt. Mit Jahresende läuft der Mietvertrag des Bundes aus.


Die bis zum 29. Oktober laufende Ausstellung "Psyche und Kunst" zählt zu den letzten Präsentationen des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (MMKSLW) im Palais Liechtenstein, wo das MMK 1979 eröffnet worden war.

Am 27. Oktober wird noch die Schau "Jean-Pierre Reynaud: Fahnen" eröffnet, die bis 19. November in der Großen Galerie zu sehen ist. Bis Ende des Jahres muss dann das Palais und müssen auch die Verwaltungsräume geräumt werden, da der Mietvertrag gekündigt wurde und nur noch bis Ende 2000 läuft.

Kein weiteres Bundesmuseum

Der Mietvertrag für das Palais Liechtenstein ist "einvernehmlich aufgehoben" worden, so der für die Bundesmuseen zuständige Sektionschef Rudolf Wran gegenüber der APA. Die Entscheidung über die künftige Nutzung des zwischen 1691 und 1694 errichteten Sommerpalais, in dem die 1945 nach Vaduz verbrachte Liechtensteinsche Gemäldegalerie beheimatet war, liegt nun beim Fürsten von Liechtenstein. Ein weiteres museales Engagement des Bundes im Palais in der Wiener Roßau stehe, so Wran "in Zeiten wie diesen nicht in Diskussion".

Übergangssituation

Bis zum Einzug in die neuen Büros im Museumsquartier, die erst im Juni 2001 bezugsfertig werden, wird der Großteil der Administration im Museum des 20. Jahrhunderts im Schweizergarten Zwischenstation machen. Im 20er Haus wird am 1. Oktober mit Ende der Schau "Zeitwenden" der Ausstellungsbetrieb geschlossen. Der ursprünglich von Karl Schwanzer für die Expo Brüssel errichtete Pavillon dient dann zur Vorbereitung der Präsentation der 400 Werke, mit der am 15. September 2001 das neue Museumsgebäude im Museumsquartier eröffnet wird.

Der Schwanzer-Pavillon soll in seinem ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden und nicht nur der Österreichischen Galerie als Präsentationsort dienen, sondern solle, so Wran, "für alle zur Verfügung stehen und eine Möglichkeit für alle möglichen Häuser" bieten.

Zwischenquartier

Um das Museum in der obdachlosen Zwischenzeit weiter präsent zu halten, zeigt die Ausstellung "Zwischenquartier" vom 27. Oktober 2000 bis 12. März 2001 im Künstlerhaus rund 100 wichtige Arbeiten aus der Sammlung des MMK (Beuys, Baselitz, Sol Lewitt, Rauschenberg, Warhol u.v.a.), wobei der Schwerpunkt auf Werken aus der Stiftung Ludwig liegt.

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