
30 Prozent mehr Besucher im Jahr 2006.

Stärkere Einbindung weniger gebildeter Besucher.

56 Prozent der Besucher sind Frauen.
Wien. "Beschränkungen im Zugang zu Kunst gibt es allein durch die Bildung sowieso, auf sozialer Ebene darf das nicht passieren." Angelehnt an die Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur", die gestern, Dienstag, einen Aktionstag veranstaltete, eröffnete Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle Wien, seine Jahrespressekonferenz. Neben einem Zuwachs von knapp 30 Prozent auf 189.149 Besucher bei insgesamt 33 Projekten im Jahr 2006 freute Matt sich auch über das angestiegene Interesse der Inhaber des Kulturpasses.
Während man für das Jahr 2005 noch einen Besucherrückgang von 15 Prozent beklagen musste (insgesamt 146.757 Besucher), steht die Bilanz der Kunsthalle Wien heuer nicht zuletzt durch die Publikumsmagneten "Summer of Love" und "Americans" im vergangenen Jahr wieder gut da. Matt nannte 2006 ein "super Jahr", sowohl was die Qualität als auch die Quantität betreffe.
Rund 170.000 zahlende Besucher (89 Prozent der ausgegebenen Karten) seien wichtig für ein Haus, das sich auch durch die Einnahmen mitfinanziere. Dennoch sei die öffentliche Subvention gerade für Häuser zeitgenössischer Kunst nach wie vor unabdingbar.
Mit dem "project space" am Karlsplatz habe man eine wichtige Außenstelle dazu gewonnen, mit der Öffnung bis 24 Uhr "und oft länger" biete man vor allem der Jugend ein österreichweit einzigartiges Service. Auch die zahlreichen Kooperationen mit Hochschulen würden sich im "project space" bezahlt machen.
Wie stark die Strahlkraft der zeitgenössischen Kunst tatsächlich sei, zeigte Matt anhand von konkreten Zahlen auf: Allein mit dem Presseecho der Ausstellung "Superstars" (481 nationale und internationale Berichte) habe man einen Werbewert von 1,1 Millionen Euro erzielt.
Junges Publikum
Statistisch untersucht wurde auch der Besucherstrom: Der Anteil der Frauen liegt bei 56 Prozent, 70 Prozent der Besucher seien unter 40 Jahre alt, nur 2,8 Prozent älter als 61 Jahre. 52 Prozent der Gäste kommen aus Wien, 20 Prozent aus dem Ausland.
Ein Wermutstropfen für Matt ist jedoch der geringe Anteil weniger gut ausgebildeter Besucher. 80 Prozent der Besucher habe zumindest Matura oder weiterbildende Schulen besucht, 50 Prozent studieren oder studierten an der Universität. Nur 4 Prozent der Schulklassen, die durch die Kunsthalle geführt werden, seien Hauptschüler. Diese Zielgruppe wolle man in Zukunft verstärkt einbinden und begeistern. Die Zahl der Besuche der Inhaber des "Hunger auf Kunst und Kultur"-Passes hat sich von 800 auf 4.000 gesteigert.
Schwerpunkte zu setzen, hat in der Kunsthalle Tradition. Nach dem Fokus auf Amerika und die 60er-Jahre stehen 2007 der Ferne Osten mit China und Korea sowie "menschliche Grenzerfahrungen" im Zentrum.
Im Web.: http://www.kunsthallewien.at
Dienstag, 16. Jänner 2007