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vom 10.08.2007 - Seite 019
Meilensteine aus dem derzeitigen Kunst-Mexiko

Fünf Alpha Jets, zwei davon bloß rollende Ersatzteillager. Eine blank polierte DC6, Hubschrauber, Doppeldecker ¼ Das sind jene "Objekte", die beim Eintritt in den Salzburger Hangar-7 sofort Aufmerksamkeit fordern.

VON IRENE JUDMAYER

Wer es schafft, die technischen Wunderwerke links (im speziellen Fall rechts) liegen zu lassen, wird bis 26. August mit besonders feinen Beispielen mexikanischer Kunst der Gegenwart verwöhnt: Sieben Kunstschaffende hat die Kuratorin Lioba Redekker (basis wien) für die Präsentation ausgewählt.

"Akribie und Obsession" steht als Titel über dem Beiblatt. In seiner Anspielung auf Präzision und Leidenschaft wohl auch ein passendes Motto für die Geschäftsphilosophie des Ausstellungsortes. Hangar-7 ist schließlich ein kräftig pulsierendes Herzstück der perfekten "Red Bull"-Maschinerie.

Ebenso perfekt austariert hat Redekker: Man trifft etwa auf die verblüffende Raumwirkung der Trompe-l'oeil-Werke von Mariana Magdaleno. Sparsam auf die große Leinwand gemalte optische Täuschungen, die Figuren, Tiere, etc. ihre Bildbasis durchbrechen lassen.

Geschichte und Gegenwart

Man trifft auf die "haarigen" Arbeiten von Gabriel de la Mora, der seine Zeitszenen nicht - wie leicht zu vermuten - zeichnet, sondern aus über Jahrzehnte gesammelten Haaren bildet. Auf Demián Flores, der die traditionelle Zeichensprache seines Landes faszinierend mit Graffiti verschmilzt.

Eine politisch höchst relevante Fusion aus Geschichte und Gegenwart liefert auch Eugenia Martínez: bürgerliche Porträts der spanischen Kolonialherrschaft, versehen mit Bildzitaten und penibel um das Motiv geschriebenen Inhalten des Heute.

Mit dabei auch Alma Sandovals eigenwillig zersplitterte Comic-Welten, die das Thema Sex behandeln. Mit dabei Marco Rountree, für seine Arbeiten mit Linien unterschiedlichsten Materials heuer als "bester Nachwuchskünstler Mexikos" geehrt. Und Eric Pérez, der mit seinen traditionell anmutenden Landschaftsgemälden auch dunkle, mythologische Assoziationen transportiert.

Spannende Meilensteine, die in aller Doppelbödigkeit ein spannendes Kunst-Mexiko vermitteln.

Und wer es schafft - und das wird nicht nur finanziell bedingt sein -, sollte sich anschließend ein Menü im Han-gar-Restaurant "Ikarus" gönnen: Hier kocht im August nämlich Starkoch Gary Danko aus San Francisco auf. Was wohl das optische Erlebnis mit einem ebensolchen kulinarischen Highlight krönen wird, wie im Juli jenes mit Jonnie Boer (drei Michelin-Sterne).

Info: Ausstellung noch zu sehen bis zum 26. August; Hangar 7, Salzburg Airport, Spazierstraße 7a; Tel. 0662 / 21Ê97; www.hangar-7.com

Optische Täuschungen von Mariana Magdaleno Foto: basis wien


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