| "Österreichs modernstes Museum" | |
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Provisorium statt Holleins Titan-Flügel |
"Wir werden die Eröffnung am 14. März
schaffen!" Nach Jahren des Planens, Bauens und Termin-Verschiebens hat
diese Ansage von Klaus Albrecht Schröder in der Woche vor Weihnachten
Gewicht. Dennoch gibt es für den Albertina-Direktor in den kommenden drei
Monaten bis zum Auftakt mit einer international beachteten Schau über den
norwegischen Maler Edvard Munch vermutlich kaum eine ruhige Minute mehr.
"Das Ganze wird sehr knapp, keine Frage", meint Schröder gegenüber der
APA.
Für eine Nervenprobe sorgte etwa die Entdeckung, dass die Prunkstiege
einsturzgefährdet war und nun im Schnelltempo gänzlich neu errichtet
werden muss. Auch der Umstand, dass man für die endgültige Fertigstellung
der Fassaden noch eine zweiwöchige durchgängige Periode mit Temperaturen
über fünf Grad Celsius benötigt, trägt nicht zur Beruhigung bei. Wettergott muss mitspielen "Der Wettergott muss immer mitspielen", so Schröder, "Wenn nicht jedes
Detail fertig ist, wird das aber nicht entscheidend sein bei einem
100-Millionen-Euro-Investment." Keineswegs ein Detail ist jedoch der
geplante, weit über die Bastei hinausragende Titan-Flügel von Hans
Hollein. Dieses neue Wahrzeichen der Albertina wird man zur Eröffnung
vergeblich suchen. Flügel wird nicht fertig
"Hier hat es technische Schwierigkeiten bei den Firmen gegeben",
erklärt Schröder beim APA-Lokalaugenschein auf der Baustelle. "Hollein hat
eine Herausforderung vorgelegt, die man erst bewältigen muss." Immerhin
habe der filigrane Flügel eine Länge von 64 Metern. Auch Firmen, die ihre
Technologieerfahrungen aus der Weltraumfahrt beziehen, seien damit
befasst. Während es noch völlig unklar ist, wann und in welcher Technik das
Flugdach errichtet werden kann, ist entschieden, dass es zur Eröffnung ein
von Hollein gestaltetes provisorisches Element geben wird. Es soll den
über eine Rolltreppe auf Basteihöhe gelangenden Besuchern Wetterschutz
gewähren, ehe sie durch den wieder aktivierten alten Eingang die Albertina
betreten. Glasfaser-Verkabelung "Österreichs modernstes Museum" (Eigenwerbung) soll mindestens 350.000
Besucher jährlich in die drei vollklimatisierten Ausstellungshallen und
die penibel renovierten Prunkräume des Palais locken. Und auch das, was
der Normalbesucher gar nicht zu sehen bekommt, etwa das neu errichtete
mehrgeschossige Studiengebäude inklusive Tiefspeicher oder die
Glasfaser-Verkabelung der neuen Räumlichkeiten, ist vom Feinsten und
Modernsten. Kein Wunder, dass Schröder von einem "Meilenstein in der Geschichte der
Bundesmuseen" spricht, von der "Verwirklichung eines historischen Traums".
Wiener wie Touristen dürfen sich außerdem über die Rückeroberung eines
versteckten Stadt-Winkels auf der Bastei freuen und auf das "schönste
Restaurant Wiens" (Schröder) mit einem Schani-Garten, bei dem man förmlich
aus einer Loge direkt über den Volksgarten blickt. Link: Albertina | ||||||