Topolanek will Kunstwerk "Entropa" besichtigen

14. Jänner 2009 | 16:11 | brüssel | apa
Der tschechische Ministerpräsident Topolanek will sich selbst ein Bild über die umstrittene Kunst-Installation "Entropa" des tschechischen Künstlers David Cerny machen, dem die Prager Regierung offenbar auf den Leim gegangen ist. Das Werk, das die 27 EU-Staaten mit Stereotypen ins Lächerliche zieht, soll am Donnerstag als Beitrag der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft präsentiert werden.
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    „Was Kunst angeht, bin ich nicht so gut. Ich weiß nicht, ob das ein Kunstwerk ist. Ich habe es noch nicht gesehen. Ich werde es mir dann anschauen, worüber alle lächeln und entrüstet sind“, sagte er am Mittwoch im EU-Parlament in Straßburg.

    Cerny hatte am Dienstag eingeräumt, die Länderporträts nicht - wie im offiziellen Katalog des EU-Ratsvorsitzes beschrieben - an Künstler aus den 27 EU-Staaten vergeben zu haben, sondern selbst für die bissigen Darstellungen verantwortlich zu sein. Tschechiens Europaminister Vondra hatte sich darauf „schockiert“ über den Schwindel gezeigt.

    Cerny gilt in der Kunst-Szene als Provokateur. Seine „Entropa“-Installation zeigt etwa Dänemark zusammengesetzt aus Lego-Steinen, bei näherer Betrachtung erweisen sich die Bausteine als Bildnis der umstrittenen Mohammed-Karikatur, die 2006 zu weltweiten Protesten in der muslimischen Welt geführt haben.

    Die Darstellung Österreichs als grüne Wiese mit vier Kühltürmen lieferte angeblich die Künstlerin Sabrina Unterberger. Im offiziellen Katalog wird Sabrina Unterberger angeführt als Mitwirkende der Ausstellung „Gegengewalt“ im Jahr 2002 in der Galerie Grita Insam in Wien. „Die Ausstellung gab es. Aber wir haben diese Künstlerin nicht gehabt“, sagte Melanie Harl von der Galerie Grita Insam am Mittwoch gegenüber der APA. Bulgarien hatte wegen der Darstellung des Landes als „türkische Toilette“ bereits diplomatischen Protest gegen die Aktion eingelegt.

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