Für ihn ist ein Traum in Erfüllung gegangen: „Ich bin total glücklich, weil das auch ein absolut professioneller Umgang der öffentlichen Hand mit Kunst ist. Hier verschwinden Bilder nicht in irgendwelchen Depots, sondern das ist ein Schaulager für alle, aus dem man sich außerdem Bilder ausborgen kann“, sagt Martin Hochleitner, der Leiter der Kunstsammlung des Landes Oberösterreich, die gestern im Linzer Ursulinenhof eröffnet wurde. Seit mehr als vier Jahren haben er und und sein Team an der Präsentation dieser umfassenden Sammlung gearbeitet.
Geplant war die Eröffnung ja schon am 9. Juni, aber dann kam der fürchterliche Brand des Ursulinenhofes dazwischen. Hochleitner, der OÖ. Landesmuseen-Direktor Peter Assmann und Lentos-Restaurator Andreas Strohhammer überlegten nicht lange, rannten in den dicht verrauchten Ursulinenhof, um jene Türen, hinter denen die Kunstwerke gelagert waren, zu verkleben.
Als „Kunst-Helden“ wurden sie damals von manchen bezeichnet: „Ach was, überhaupt nicht!“, wiegelt Hochleitner ab. So wie überhaupt Bescheidenheit und die eher leisen Töne Kennzeichen des Kunstkenners sind.
Der 1970 in Salzburg geborene Hochleitner übersiedelte Mitte der 1970er Jahre mit der Familie nach Linz, „weil mein Vater damals Primar bei den Barmherzigen Schwestern geworden ist“. Er absolvierte das Stiftsgymnasium in Wilhering, studierte dann in Salzburg Klassische Archäologie und Kunstgeschichte. Die Bildende Kunst war in seiner Familie „nicht mehr oder weniger wichtig wie in jeder anderen bürgerlichen Familie“.
Ihn haben in der Schule vor allem Latein und Griechisch fasziniert, der Einstieg in die Bildende Kunst kam über die Archäologie. Bereits in sehr jungen Jahren – nämlich 1993 – wurde ihm die Stelle als Sachbearbeiter für Bildende Kunst in der Landeskulturabteilung des Landes Oberösterreich angeboten – gleichsam der Einstieg. Im Jahre 2000 wurde er Leiter der OÖ. Landesgalerie. Seitdem ist er auch Lehrbeauftragter an der Linzer Kunstuniversität.
Martin Hochleitner ist verheiratet, hat einen 13-jährigen Sohn, lebt in Ottensheim. In seiner Freizeit zieht es ihn auf die Berge, und das regelmäßige Laufen gehört zum Fitnessprogramm.
Im Urlaub lässt ihn aber seine Profession, die auch Leidenschaft ist, nicht los: Oft macht er Stadttouren, „weil ich gerne Ausstellungen und Museen besuche“.