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Helmut Newton will sein Fotoarchiv in Berlin unterbringen

Starfotograf Helmut Newton hat noch einmal bekräftigt, dass er sein umfangreiches Fotoarchiv seiner Heimatstadt Berlin überlassen will.

Berlin (APA/dpa) - Untergebracht werden solle die Newton- Stiftung in der ehemaligen Kunstbibliothek an der Jebensstraße in Charlottenburg. "Ich habe mich in dieses Haus verliebt", sagte der 82-Jährige der "Berliner Morgenpost" (Montagausgabe). Er habe das Gebäude noch vom 5. Dezember 1938 in Erinnerung, als er vom Bahnhof Zoo ins Exil gefahren sei, und vom Bahnsteig als letztes das prachtvolle wilhelminische Gebäude gesehen habe.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hatte zuvor betont, über die Etablierung des Archivs in Berlin sei noch keine Entscheidung gefallen. "Der Wunsch als Vater des Gedankens schafft noch keine Realitäten", erklärte die Stiftung, nachdem die Zeitung am Sonntag gemeldet hatte, der aus Berlin stammende 82-jährige Künstler habe sich mit Stiftungs-Präsident Klaus-Dieter Lehmann sowie dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) über eine Schenkung verständigt.

Newton berichtete nun, dass Wowereit ihn "mit einem charmanten Empfang im Roten Rathaus" vergangenen Sommer überzeugt habe, seine Sammlung Berlin zu schenken. Das Problem sei, dass die ehemalige Kunstbibliothek für ihn allein zu groß sei. Er habe "keine Lust, sich jetzt noch so einen großen Mühlstein um den Hals zu hängen", sagte der legendäre Akt-Fotograf. Er suche deshalb nach "jemandem, der mit in den Rahmen passt".

Der ehemalige Sitz der Staatlichen Kunstbibliothek, erbaut 1908/1909 von Heino Schmieden und Julius Boethke, ist auch unter dem Namen "Landwehr-Kasino" bekannt, weil die Inschrift im Giebel auf die Nutzung durch Offiziere der Landwehr Inspektion hinweist. Zeitweise beherbergte das Gebäude auch die Galerie des XX. Jahrhunderts. Später wurde es von verschiedenen Senatsverwaltungen genutzt.

Nach dem Erfolg, die Kunstsammlung des Milliardärs Friedrich Christian Flick nach Berlin in die Obhut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu holen, wäre eine Newton-Schenkung der zweite positive Abschluss. Unklar sei bisher noch, wie sich das künftige Newton-Haus finanzieren wird, hieß es in der "Morgenpost". Gedacht sei an eine Stiftung, in die Berlin die 5.500 Quadratmeter große Immobilie einbringe und der deutsch-australische Künstler sein wertvolles Archiv. Weitere Subventionen von Bund und Land solle es nicht geben.

2003-01-19 20:44:43