Kulturmanagement-Handbuch will Know-how stärken:
Ende der "Sprechblasen"
Von Christoph Irrgeher
Gerald Muther, Geschäftsführer des Neuen Wissenschaftlichen
Verlags, ist ein jähzorniger Mensch. Schon zwei Bücher will er im wilden
Furor in der Toilette versenkt haben. Weil er gesuchte Informationen nicht
fand. "Sehr optimistisch" ist der Vorarlberger dagegen, dem Leser derlei
Frustrationen mit seinem neuesten Printprodukt zu ersparen: dem Ratgeber
"Kulturmanagement leicht gemacht". Auf 270 Seiten beantwortet ein
einschlägig geschultes Autorentrio über 700 juristisch wie wirtschaftlich
relevante Fragen und offeriert daneben zahlreiche Musterverträge - um
damit einer Unbedarftheit entgegenzuwirken, die bei angehenden
Kunst-Managern nicht selten zu diagnostizieren sei: "Die Leute bringen oft
sehr viel Euphorie mit, aber wenig Know-how", meint Gerald Matt, Autor des
Werks und Direktor der Kunsthalle Wien. Und hantieren, assistiert Muther,
mit "Sprechblasen" statt exakten Fachbegriffen. Wie Matt erklärt, ist
die Materie für eingesessene Institutionen, die nunmehr vom Staat in die
Selbstständigkeit entlassen wurden, aber oft ebenso neu. Weshalb am
gesamten Markt letztlich beträchtliche Summen in den Orkus flössen - auch
wenn allen Beteiligten immer weniger Geld zur Verfügung stünde. Dass sich
mit der neuen Publikation alle Fragen in Luft auflösen, glauben die
Autoren zwar nicht - man hat sich die Latte aber auch niedriger gelegt.
Laut Schauspielhaus-Geschäftsführerin und Autorin Susanne Moser wäre schon
ein Ziel erreicht, wenn das Buch "ein Problembewusstsein schafft" - und
damit zu neuen Fragen motiviert. Über neue Antworten in Form einer
Folgepublikation denken die Verfasser jedenfalls bereits nach.
Steirer/Moser/Matt: Kulturmanagement leicht gemacht; Neuer
Wissenschaftlicher Verlag 2004; 344 Seiten, ISBN 3-7083-0145-5, 28,80 Euro
Erschienen am: 28.01.2004 |
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