ERNST P. STROBLWIEN (SN). Die "ViennAfair" habe sich schon nach dem ersten Jahr international positioniert, sagte Matthias Limbeck, Geschäftsführer der Reed Exhibitions Messe Wien, am Mittwoch anlässlich der Eröffnung dieser Leistungsschau bildender Kunst im Wiener Messezentrum. Die künstlerische Leitung lag diesmal bei Edek Bartz, der sich als Galerie-Scout im europäischen Osten und Südosten umtat. Mit 106 Galerien und Exponaten von rund 1000 Künstlerinnen und Künstlern darf sich die "ViennAfair" "größte Kunstmesse Österreichs" nennen.
Erstaunlich sind das Niveau und die augenfällige "Frische" junger Kunst aus den so genannten CEE Staaten, die mit 25 Galerien - aus Slowenien, Kroatien, aber auch Bulgarien, Serbien, Rumänien und Russland - im Fokus stehen. Galerien aus "ärmeren" Regionen - eine davon hat ihren Sitz sogar in Wladiwostok - fanden Unterstützung durch Sponsoren. Anregend ist die künstlerische Spannweite: Neben praller Farbigkeit findet sich bei jungen Ost-Künstlern mitunter das mit großer Ironie betriebene Spiel mit einer gewissen Nostalgie des "sowjetischen Realismus".
Die Kunstrichtungen gehen quer durch alle Medien, von Malerei über Fotografie bis Installation. Einzelne Künstler aus dem Osten haben längst von Möglichkeiten internationaler Vernetzung Gebrauch gemacht und sind in der westlichen Kunstszene gut vertreten.
Die klassische Moderne ist mit Picasso, Klimt, Kokoschka oder Lichtenstein vertreten. Unter den Österreichern der mittleren Generation sind Bohatsch, Brandl, Damisch und Scheibl zu nennen. Auch Werke der in Salzburg vorauseilend mit Misstrauen behandelten "Kontracom"-Künstler Hans Schabus oder Jonathan Meese sind auf der "ViennAfair" zu finden.
Der Ausstellungsrundgang benötigt Zeit und Orientierungssinn. Dafür ist in den vielen Kojen viel zu entdecken. Und die Wege zwischen New York, Athen, Warschau, Moskau und Salzburg (Welz, Mauroner, Weihergut, Altnöder) sind kurz.Internet: www.viennafair.at






