D er "steirische herbst" hat in seinem Jubiläumsjahr (er ist 40 Jahre alt) gezeigt, wohin die Reise gehen könnte. Inhaltliche Dichte und Prägnanz, Verzicht auf die ganz großen Namen, eine Mixtur aus spannender Internationalität und lokalen Größen sowie eine Abkehr von repräsentativer, vorgeführter Kunst sind Säulen dieses Gegenwartskunstfestivals. Veronika Kaup-Hasler, seit zwei Jahren Intendantin, hat trotz chronischer budgetärer Unterdotierung im Vergleich zu Wien, Salzburg oder Bregenz spannende Kunst gezeigt, die zum Nachdenken und Diskutieren anregt. Small is beautiful. Wenn sie den öffentlichen Raum noch stärker mit einbeziehen und ihre Vermittlungsaktivitäten breiter streuen würde, könnte der "herbst" wieder jene Rolle zurückerobern, die er einst in Graz besaß.
S icher, es gab keine Superentdeckungen. Dafür bewegte man sich (z. B. in der bildenden Kunst) auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau, die Anzahl der Flops war erträglich. Nun gilt es, dem Mehrspartencharakter (auch finanziell) stärker Rechnung zu tragen, nicht klammheimlich ein "Theater-Performance-Tanz"-Festival zu etablieren.




