Putzt sich doch tatsächlich zum ersten österreichischen „Universalmuseum“ heraus, jedenfalls dem ersten, das sich ab 10.September auch offiziell so nennen wird. Da hätte Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder früher aufstehen müssen, auch wenn er diesen Begriff bisher so gerne nutzte, um unterschiedlichste Ausstellungen und Dauerleihgaben zu rechtfertigen. Und auch das Oberösterreichische Landesmuseum, das sich mit Eröffnung des neuen Südflügels des Linzer Schlosses gerade als „größtes Universalmuseum Österreichs“ feierte, hat das Nachsehen.
Wer das größte, schönste und überhaupt ein Universalmuseum ist – diesen Streit wird man sich in den nächsten Monaten wohl mehr biblisch als sportlich vorstellen dürfen.
Romantischere Gemüter finden bis dahin in einem Universalmuseum ein lauschiges Plätzchen, das diesen Titel nicht strapazieren muss. Im Kunsthistorischen Museum gibt heute eine Onlinepartneragentur das Ergebnis einer Studie zu den Themen „Onlinepartnersuche, Kunst und Romantik“ bekannt. Befragt wurden 1500 Personen: „Wie wichtig ist es, dass sich der Partner für Kunst interessiert?“ oder „Welche historische Epoche war die romantischste? Biedermeier, Barock oder doch die Jetztzeit?“. Auf die Ergebnisse darf man so gespannt sein wie auf die vom KHM speziell abgestimmten Führungen zu „Liebe und Partnerschaft“.
Wie viele Suchende haben wohl schon vor Anton van Dycks „Simson und Delila“ die ersten verliebten Blicke gekreuzt, im Gedenken daran, welche Demütigungen geschehen können, wenn Männer schlafen und Frauen mit Scheren spielen. Oder vor Cranachs Judith, die Holofernes' Kopf doch so artig säuberlich vom Rest getrennt hat. Angesichts dieser Aussichten stellt man sich den Partner doch lieber als Wolke vor (Correggios „Jupiter und Io“). Die Liebe gerade in der Kunst suchen zu wollen, sollten sich die Onlinepartnerstifter vielleicht doch noch überlegen...
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