Altach
(VN-ag) Das "Abenteuer Malen" beschäftigt den
Altacher Künstler Lothar Märk nach wie vor. Nicht als Blick zurück,
sondern als Ansicht mitten aus dem Leben. Nicht von ungefähr nennt
er die aktuelle Ausstellung in seinem Atelier "La Vie". Zu sehen ist
ein Querschnitt aus Themen und Techniken der letzten drei Jahre.
Das Thema Landschaft hat sich der Maler und Grafiker
Lothar Märk (geboren 1934) im heimatlichen Rheintal ebenso
erarbeitet wie in den südlichen Gefilden. Nun, so Märk, habe sich
die Landschaft als Thema ein bisschen erschöpft. Das Leben hingegen,
"das ist aktuell, und es wird, je älter man wird, nicht einfacher,
sondern komplizierter". Und vernetzter, möchte man hinzufügen. Denn
ganz, scheint es, kann (und will) der Künstler die Landschaft nicht
aus den Augen verlieren.
"La Vie"
So schließt er seine jüngsten Arbeiten unter dem
allumfassenden Titel "La Vie" zusammen und überlässt es dem Auge des
Betrachters, in seinen Bildwelten nach den großen, sinnfälligen
Zusammenhängen und den immerwährenden Metamorphosen des Lebens zu
suchen. In der Landschaft steckt Figuratives, und der Körper wird
unversehens zur Landschaft.
Einen besonderen Platz in seiner Auseinandersetzung widmet Lothar
Märk jedoch dem Motiv des Weiblichen. Das Spektrum seiner
Weib-Figuren reicht nicht nur von Pandora bis Aphrodite, auch die
Vielfalt der Techniken ist groß. Neben den Radierungen und den
Mischtechniken sind es vor allem die Aquarelle, in denen sich Märk
als Meister seines Faches zeigt. Aus lasierenden Farbschichten
formen sich Körper, in der Auflösung manifestiert sich Form.
Im prozesshaften Begreifen der Natur als Kreislauf wird die
Wiedergabe von Stimmungen zur gültigen Interpretation einer Malerei,
die sich längst von der Vorgabe des Motivs befreit hat und es
höchstens noch als Inspiration betrachtet. In der atmosphärischen
Leichtigkeit dieser Malerei verbergen sich aber auch starke,
bedeutungsträchtige Symbole, wie das immer wieder auftauchende
Dreieck. Als Grundelement des Lebens symbolisiert es mit der Spitze
nach unten das weibliche Element, während es mit der Spitze nach
oben für die männliche Komponente steht.
Werden und Vergehen, weiblich-männlich, Licht- Schatten,
hell-dunkel, Höhen und Tiefen: das Leben und die Bilder des Lothar
Märk spielen sich irgendwo dazwischen
ab.
Lothar Märk: Malerei in atmosphärischer Leichtigkeit.