VN Do, 24.10.2002

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Kultur 

Von der Landschaft zum Körper

Vorarlberger Lothar Märk zeigt neue Arbeiten zum Abenteuer Malen

Altach (VN-ag) Das "Abenteuer Malen" beschäftigt den Altacher Künstler Lothar Märk nach wie vor. Nicht als Blick zurück, sondern als Ansicht mitten aus dem Leben. Nicht von ungefähr nennt er die aktuelle Ausstellung in seinem Atelier "La Vie". Zu sehen ist ein Querschnitt aus Themen und Techniken der letzten drei Jahre.

Das Thema Landschaft hat sich der Maler und Grafiker Lothar Märk (geboren 1934) im heimatlichen Rheintal ebenso erarbeitet wie in den südlichen Gefilden. Nun, so Märk, habe sich die Landschaft als Thema ein bisschen erschöpft. Das Leben hingegen, "das ist aktuell, und es wird, je älter man wird, nicht einfacher, sondern komplizierter". Und vernetzter, möchte man hinzufügen. Denn ganz, scheint es, kann (und will) der Künstler die Landschaft nicht aus den Augen verlieren.

"La Vie"

So schließt er seine jüngsten Arbeiten unter dem allumfassenden Titel "La Vie" zusammen und überlässt es dem Auge des Betrachters, in seinen Bildwelten nach den großen, sinnfälligen Zusammenhängen und den immerwährenden Metamorphosen des Lebens zu suchen. In der Landschaft steckt Figuratives, und der Körper wird unversehens zur Landschaft.

Einen besonderen Platz in seiner Auseinandersetzung widmet Lothar Märk jedoch dem Motiv des Weiblichen. Das Spektrum seiner Weib-Figuren reicht nicht nur von Pandora bis Aphrodite, auch die Vielfalt der Techniken ist groß. Neben den Radierungen und den Mischtechniken sind es vor allem die Aquarelle, in denen sich Märk als Meister seines Faches zeigt. Aus lasierenden Farbschichten formen sich Körper, in der Auflösung manifestiert sich Form.

Im prozesshaften Begreifen der Natur als Kreislauf wird die Wiedergabe von Stimmungen zur gültigen Interpretation einer Malerei, die sich längst von der Vorgabe des Motivs befreit hat und es höchstens noch als Inspiration betrachtet. In der atmosphärischen Leichtigkeit dieser Malerei verbergen sich aber auch starke, bedeutungsträchtige Symbole, wie das immer wieder auftauchende Dreieck. Als Grundelement des Lebens symbolisiert es mit der Spitze nach unten das weibliche Element, während es mit der Spitze nach oben für die männliche Komponente steht.

Werden und Vergehen, weiblich-männlich, Licht- Schatten, hell-dunkel, Höhen und Tiefen: das Leben und die Bilder des Lothar Märk spielen sich irgendwo dazwischen ab.        

Lothar Märk: Malerei in atmosphärischer Leichtigkeit.




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