23.09.2002 04:55
"Einheitsbrei" der Ausstellungen
Zuviel zeitgenössische Kunst in Wien? Eine Diskussion im
Künstlerhaus
Wien - Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina,
revidierte bei einer Diskussion im Wiener Künstlerhaus zum Thema Raum für
Kunst seine Ansicht, dass in Wien Ausstellungsfläche vom Markt genommen
werden solle: Man müsse, sagte er (mit einem Seitenhieb auf KHM-Generaldirektor
Wilfried Seipel, der im Palais Harrach Computerausdrucke von Fotografien Erich
Lessings zeigt), die Zahl der Veranstalter reduzieren.
In eine ähnliche
Kerbe schlug Edelbert Köb, Chef des Museums moderner Kunst: In Wien herrsche ein
Einheitsbrei, weil sich zu viele Veranstalter im engen Bereich der
zeitgenössischen Kunst tummeln. "Hier herrscht ein ziemlicher Wildwuchs."
Wolfgang Kos, designierter Direktor des Historischen Museums, pries die
Idee, das Künstlerhaus unterirdisch zu erweitern. Die meisten Diskutanten
befürworteten das Projekt.
Nur Schröder weigerte sich. In der
Modebranche zum Beispiel würde man sich nie im Leben zusammentun, um einem
"insolventen" Konkurrenten zu helfen. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.9.2002)