Kunst-Trophäen

Der 1939 in Sacramento geborene Aktionskünstler hat in der Bawag-Foundation seine erste Ausstellung in Österreich.


Der Amerikaner Richard Jackson, der seit den 70er Jahren intensiven künstlerischen Kontakt mit Kollegen wie Richard Tuttle und Bruce Nauman pflegt, hebt mit seinen witzigen Projekten Aspekte des Entstehungsprozesses sowie des Verfalls von Kunstwerken hervor.

"Trophy Room", 2002 / ©Bild: Christian Wachter

Die Farbmaschinen

Der Künstler, der in den sechziger Jahren am State College in Sacramento studierte, ist wie so viele Künstler seiner Generation vom Action-Painting eines Jackson Pollocks beeinflusst. Malerei ist sein ursächliches Medium, wobei ihn die Art der Anbringung von Farben mehr als das vollendete Bild interessierte. Es ist der Malvorgang selbst der ihn unabhängig vom Pinsel oder Drip-Can fasziniert.

In den neunziger Jahren perfektionierte er diese Idee und begann eigene farbsprühende Maschinen zu konstruieren. Autos, Flugzeuge und Tierfiguren aus Glasfieber schleuderten, verschütteten und tropften Farbe auf ihre jeweilige Umgebung. Die einzelnen Stadien dieser Arbeitsweise sind nun bis 30. Juni 2002 in der Bawag-Foundation zu sehen.

Unfall

©Bild: Christian Wachter
©Bild: Christian Wachter

In den Räumen der Galerie sind nun unter dem Titel "Bank Job" vier Installationen seiner Work in Progress zu sehen. "Accident in Abstract Painting" bezieht sich auf eine Aktion wo Jackson ein 1:1 von ihm nachgebautes Flugzeugs des Typs Cessna 150 mit Farbe füllte. Kurz nachdem es abgehoben hatte stürzte es ab und besprühte die Landschaft mit einem Farbschwall. Das Modell des Flugzeugs sowie die daraus entstehende Werkstattsituation sind in der Bawag Foundation ausgestellt.

Auf der Jagd

"Three Bears", 2002 (Zum Vergrößern anklicken) / ©Bild: Christian Wachter

In der zweiten Installation "Three Bears" sind drei lebensgroße graue Plastikbären zu sehen von denen einer hoch aufgerichtet, der zweite per Kopfstand, auf einem Sockel in den Galerieraum ragt. Von der Decke baumelt der dritte Bär. Alle drei scheinen sich angeregt miteinander zu unterhalten. Die zwei stehenden Figuren sind mit weißen Farbpatzen bekleckert.

Die dritte Installation "Bed Room" zeigt den engen Raum eines karg ausgeleuchteten Schlafzimmers wo die Bettdecke über und über mit orange roter Farbe beschmiert ist. In der vierten und letzten Installation dem "Trophy Room" hängen Hirschgeweihe und Krickerln an den Wänden. Auf einem kleinen Tischchen sind Farbpatronen aufgestellt, die mittels Gewehr an die Wand geschossen werden sollen. "Thropy Room" ist eine Anspielung auf die Tätigkeit von Kunstsammlern, die nach Ansicht Jackson ähnlich wie Jäger ihre Trophäen - die Kunstwerke - an die Wand hängen.

"Bed Room", 2002 (Zum Vergrößern anklicken) / ©Bild: Christian Wachter

Tipps

"Bank Job", Richard Jackson in der Bawag-Foundation, 8. Mai bis 30. Juni 2002, Tuchlauben 7a, Wien 1.

Die Galerie Senn zeigt vom 16. Mai bis zum 29. Juni 2002 in der Ausstellung "Paint Bear" weitere Werke von Richard Jackson

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