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Die Welt brodelt, kocht. Und immer wieder kommt es zu Kriegen, Terror.
Kosovo, Israel, Afghanistan, Irak, der 11. September, alles nicht
vernarbte Eindrücke. Die Welt will das sehen und wissen, dass es gesehen
wird. Je nach Standpunkt. Das Publikum genauso wie die Krieg führenden
Parteien. Bildtechnologie ist – besonders in dem Zusammenhang – eines der
wichtigsten Kommunikationsinstrumente. Das Fernsehen ist hierbei ein
Kanal, der schnellere, die Zeitungen der andere, bedächtigere. Extreme
Nähe und Ferne bilden da eine unheilige Allianz.
Dass
Kriegsberichterstattung mehr mit Propaganda denn mit Information und
Dokumentation zu tun hat, ist bekannt. Das gilt für Bildberichte
vielleicht noch stärker als für das gesprochene, geschriebene Wort. Bilder
wirken emotional, mit Bildern kann man Politik machen. Aber Bilder
unterhalten auch. „Eine verbotene Lust am Kriegerischen geht um in unserer
Gesellschaft, die ihren Bürgern alles gab und so auch die Langeweile“,
konstatierte ein bekannter Zeit-Redakteur. Ein Krieg ohne Bilder ist fast
wie kein Krieg. Und der Fotohistoriker Hans-Michael Koetzle streute in
einen Kommentar über den amerikanischen Star-Kriegsfotografen James
Nachtwey die pikante Formulierung ein: „Bilder vom Krieg erfreuen sich
einer ungebrochenen Attraktivität.“
Einen Versuch, die Macht der
Kriegsbilder zu dechiffrieren und dekonstruieren, unternimmt die
Kunsthalle mit dem Großprojekt „Attack!“ An die vierzig internationale
Künstler, Künstlergruppen und Theoretiker liefern in Ausstellung und
Symposium Beiträge, in denen das Vokabular der medialen
Kriegsberichterstattung kräftig gegen den Strich gebürstet wird. Dass den
Bildmedien und ihrer Repräsentationsmacht besondere Aufmerksamkeit gilt,
resultiert aus der thematischen Vorgabe. Dokumentarisches Vorgehen, die
Simulation der Reportage, die Arbeit mit Landkarten, aber auch das
Zitieren von Symbolen und Bildern der Macht bestimmen die Ästhetik der
zeitgenössischen künstlerischen Beiträge. Martha Rosler etwa stellt Fotos
aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Jugoslawienkrieg, Grafiken und Bilder
der Parade zum Ende des Golfkrieges 1991 neben die Aufnahme eines am
Flohmarkt erspähten Hitler-Porträts. Öyvind Fahlstrom oder Peter Fend
wiederum arbeiten mit kartografischen Methoden, um legitimierte Geografien
zu hinterfragen. Weitere Beiträge von Afrika, Apsolutno, Brudermann,
Debord, Green, Hamilton, Marker, Schorr, Tillmans, Virilio u. a. n
Tipp: KUNSTHALLE Wien: „Attack!
Kunst und Krieg in den Zeiten der Medien“, 23. 5.–21. 9., Infoline:
01/52189-33 http://www.kunsthallewien.at/
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| Kunst und Krieg in den Zeiten der Medien |
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