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In Venedig hat das russische Künstlerkollektiv AES+F den Film präsentiert, der im Rahmen des Projekts "Last Riots" entstanden ist: In einer am Computer generierten 3-D-Welt bekämpfen sich darin die im neuesten Camouflage-Look gekleideten Jugendlichen, die in Model- und Werbeagenturen rekrutiert wurden.
In der fünften Ausstellung des Kollektivs bei Hans Knoll sind neben dem Film auch großformatige Bilder zu sehen, die in eingefrorener Form einen wesentlichen Unterschied zu dem Vorgängerprojekt "Action Half Life" (2003-2005) sichtbar machen. Ausgestattet sind die Kinder diesmal nicht mehr mit moderner Kriegstechnologie, sondern mit Baseballschlägern, Säbeln und Messern, die im "Last Riot" den Nahkampf verlangen: Auf einem der runden Bilder setzt ein schwarzes Mädchen einem entrückt blickenden Jüngling ein Messer an den Hals. "The Bridge" verarbeitet mit demselben schmalbrüstigen männlichen Model ebenfalls ein religiöses Motiv: Von vollkommen teilnahmslos wirkenden Mädchen und Buben umringt, bildet der Junge den Mittelpunkt einer Szene, die in ihrer Dramatik und Figurenanordnung an eine Kreuzwegdarstellung erinnert.
Jenseits der ikonografischen Bezüge spielen christliche Werte in den Arbeiten von AES+F aber keine Rolle; denn um den "Untergang von Ideologie, Geschichte und Ethik" zu zelebrieren, haben sie in ihren gruseligen Computerwelten sowohl die guten als auch die bösen Geister neutralisiert. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.10.2007)