| Schwitters-Abend im RadioKulturhaus | |
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Das Ende ist der Anfang jeden Endes. Der Anfang ist das Ende jeden Anfangs. Nicht jede Banalität ist Dadaismus. Wer ist Kurt Schwitters? |
Kurt Schwitters' vielfältiges Werk ist
derzeit im Bank Austria Kunstforum zu bewundern. Weitere Aspekte von
Schwitters' Schaffen sind am 5. April im RadioKulturhaus
zu hören: Schauspieler Wolfram Berger und Wolfgang
Puschnig, stützendes Mitglied des Vienna Art Orchestra und der
österreichischen Jazzlandschaft haben sich vorgenommen, den liebevollen
Geist von Schwitters' Gedichten auf die Bühne zu bringen. Berger/Puschnig sind ein eingespieltes Team: Sie haben bereits
miteinander ein Ernst-Jandl-Programm erarbeitet und Wolfram Berger hat an
Hugo Ball, Joseph Wölfli oder Karl Valentin bereits seine Komik
bewiesen. (Lesen sie mehr über die Schwitters-Ausstellung des Kunstforums
in kultur.ORF.at) Cabaret Voltaire geräumt Dass Dada nicht nur in Salonkonzerten weiterlebt, wurde in Zürich
bewiesen. Die Zürcher Dadaismus-Bewegung hat am Ostermontag mit
eigenwilligen Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. Einen Tag
später mussten sie das Cabaret Voltaire doch noch räumen.
Nun ist es bereit für den Umbau. Vor 86 Jahren wurde hier die Dada-Bewegung
ausgerufen, jetzt sollen dort Wohnungen installiert werden. Die Dadaisten
hatten das Gebäude seit Anfang Februar besetzt gehalten, ein
provisorisches Dada-Museum eingerichtet und in den letzten Wochen für
Aufsehen gesorgt. Ernsthafter Schwitters Nach Zürich und zu den dortigen Protagonisten um Hans Arp hatte Kurt
Schwitters Kontakte. 1923 besuchte Arp sogar Schwitters in Hannover.
Schwitters war ein ernsthafter Mann aus gutbürgerlichem Hause. Er litt
darunter, dass er niemals etwas wirklich Tiefes und Ernstes schreiben
könnte. "Ich wurde als ganz kleines Kind geboren." "Ich verrate Ihnen ein
Geheimnis: Ich wurde unverheiratet geboren. Mutter: musikalisch sehr
begabt und schlechte Zähne, Vater: schlechte Zähne." "Meine Mutter schenkte mich meinem Vater, damit er sich freute. Als
mein Vater erfuhr, dass ich ein Mann war, konnte er sich nicht mehr
halten, und sprang vor Freude im Zimmer herum, denn er hatte sich sein
ganzes Leben immer nur Männer gewünscht. Dann wuchs ich heran zur Freude
anderer, und es ist schon immer in meinem ganzen Leben mein Bestreben
gewesen, anderen immer nur Freude zu bereiten. Wenn sie sich dann manchmal
aufregen, dafür kann man ja nichts. Mein Lehrer freute sich immer, wenn er
mich ohrfeigen konnte, und die ganze Schule war froh, als ich mit ihr
fertig war." "Hundekrankheiten bekommt der Hannoveraner nie" Schwitters litt an Epilepsie, die er Veitstanz nannte, und die ihm zwei
Jahre seines Lebens und später einen Anfall pro Jahr kostete. Schwitters
kam in Hannover zur Welt, das er fortan Revon - also von hinten gelesen -
nannte, das unnötige "Han" weglassend und wo er bis 1937 lebte: "in einem
schönen Hause an einer schönen Straße und neben einem großen schönen
Walde." Mit dem Fahrrade könnte er seine Freunde besuchen, mit dem Fahrrad
begleitet er seinen 16-jährigen Sohn in den Weihnachtstagen 1936 nach
Hamburg in die Emigration. Mit dem Fahrrad emigriert er selbst am 1.
Jänner 1937. Im Exil Seine Frau bleibt zurück, die "drei Alten" zu betreuen. Schwitters wird
ihren Tod 1944 erst ein Jahr danach erfahren, er selbst findet im Exil in
England eine junge Frau, die er Wantee nennt, weil sie immer so höflich
"Want tea?" fragt . An Schweizer Freunde schreibt er kurz vor seinem Tod:
"Ich käme so gern einmal wieder zu Ihnen, es müsste Frieden und
Sonnenschein und Frühling sein und alle guten Freunde müssten dabei sein,
das wäre ein kleiner Vorgeschmack aufs Paradies." | ||