GRAZ (SN-m.b.). Er wurde 1966 in Benin-Stadt in Nigeria geboren und kam im Alter von 23 Jahren nach Österreich. Der diplomierte Außenhandelskaufmann Fred Ohenhen war der erste Vorsitzende des Ausländerbeirats der Stadt Graz und hat bereits zahlreiche Integrations- und Antirassismusprojekte ins Leben gerufen. Jetzt wurde dem in Graz angesehenen Immigranten - zumindest auf Zeit - ein Denkmal gesetzt.
Die Ohenhen-Büste steht gemeinsam mit vier weiteren Denkmälern, die an exemplarisch ausgewählte Lebensgeschichten voll integrierter Migranten erinnern, im Hof des Grazer Landhaushofs. Die bis 15. Dezember zu besichtigende Installation ist ein Projekt der kroatischen Künstlerin Kristina Leko und heißt "Missing Monuments". Leko will den hohen Stellenwert, den die Anwesenheit von Migranten in der Grazer Gesellschaft besitzt, sichtbar machen.
Die klassischen Denkmäler sind in einem vom US-Bildhauer David Smithson geleiteten Workshop entstanden. Durch Büsten geehrt werden der in Ägypten geborene Jurist Talaat El-Kholy, der kroatische Theologe Ante Repusic, der indische Betriebswirt Pawan Kholi sowie "eine anonyme Asylbewerberin". Die im öffentlichen Raum üblicherweise unsichtbaren Leistungen dieser Menschen werden über das Medium der Kunst sowie über Begleittexte in den Blickpunkt gerückt. In einem Schreibworkshop ließ Leko zudem 21 Menschen aus aller Welt, die in Graz einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden haben, zu Wort kommen. Die Texte kreisen um subjektive Erfahrungen und grundsätzliche Feststellungen: "Es ist egal, welchen Namen oder welche Hautfarbe ein Mensch hat, man muss ihn im Bewusstsein, dass wir alle unsere Fehler und Schwächen haben, als Mensch achten, ihm die Hand reichen."





