14.10.2003 12:01
Ringen um die formale Aussage
Das
Tiroler Landesmuseum widmet Norbert Drexel eine Retrospektive - Foto
Innsbruck - Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum widmet dem
Maler Norbert Drexel zum 70. Geburtstag eine Retrospektive. Die Ausstellung
vermittelt einen Überblick über sein Werk von 1950 bis zur Gegenwart. Zu sehen
ist die Schau bis 23. November.
Meister des
Pastells
Die Palette seines Schaffens reicht von frühen expressiven
Ölmalereien von Figuration und Natur über gezeichnete Landschaften,
Städteansichten, Tiere als Kadaver oder als Skelett bis hin zu Stillleben. Im
Mittelpunkt seiner Arbeiten stehen aber auch immer wieder Menschenbilder. Drexel
formuliert in Serien: Szenen aus dem Schlachthaus und aus dem Seziersaal,
Mumienköpfe, Motive aus Cafés in Paris, Budapest, Salzburg, Wien, dem Musee
Rodin oder dem Musee Marmottan, weiters Landschaften und Stillleben.
Der
gebürtige Vorarlberger gilt als Meister des Pastells. Das Ringen um die formale
Aussage ist ihm wichtig, das Sujet dient nur diesem Bestreben. Seine früheren
bevorzugten Techniken waren Aquarell, Gouache und Eitempera. Später folgten dann
Kohle, Kreide und Pastell. Die Ölmalerei dominierte immer. Cézanne und
Giacometti fühlt er sich von deren Aufgabenstellung her gesehen besonders
verpflichtet. Beeindruckt ist er von Richard Gerstl. Ein Wort von Jean-Baptiste
Siménon Chardin steht über der Ausstellung: "Das Auge muss erst lernen, die
Natur zu sehen".
(APA)