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Grafik im Zeitalter des Computers

355 Künstler haben sich am 28. Österreichischen Grafikwettbewerb beteiligt. Die preisgekrönten Arbeiten sind nun in der Taxisgalerie zu sehen.

INNSBRUCK. 14 Preise im Gesamtwert von 33.333,80 Euro hatte die Jury zu vergeben, die sich aus Brigitte Reinhardt, Andreas Hapkemeyer und Martin Hochreiter - Museumsdirektoren in Ulm, Bozen und Linz - zusammensetzte. Mit 355 Künstlern aus ganz Österreich und Südtirol beteiligten sich am heurigen Grafikwettbewerb um 115 weniger als bei dem vor zwei Jahren.

Etwa zwei Drittel der eingesandten Arbeiten sind bereits beim ersten Jurydurchgang ausgeschieden. Wichtigstes Kriterium der Beurteilung war der innovative Umgang mit dem Grafischen, das von den Juroren ganz eng im Sinn von Arbeiten auf Papier gefasst wurde. Neben dem anspruchsvollen, die Möglichkeiten digitaler Techniken ausreizenden Spiel mit diversen Spielarten des Grafischen war aber auch der inhaltliche Aspekt ein zentraler Punkt der Beurteilung.

Der mit 5500 Euro dotierte Preis des Bundeskanzleramtes geht an die Salzburgerin Ulrike Lienbacher für ihre ebenso ironische wie zeitkritische Auseinandersetzung mit dem weiblichen Ich. Über den Preis des Landes Tirol (5000 Euro) freut sich die Wienerin Doris Krüger, die mit ihrer aus Postkarten gepuzzelten künstlichen Landschaft die Juroren überzeugt hat.

Tiroler Künstler

Weibliche Rollenspiele in Schwarz-Weiß führt Sigrid Kurz in ihrer Arbeit vor, für die sie mit dem Preis der Stadt Innsbruck ausgezeichnet wurde. Der Preis der Südtiroler Landesregierung geht an den Meraner Werner Gasser, der Preis der Hypo Tirol an den Lienzer Harald Gsaller. Er wurde für ein Buchprojekt ausgezeichnet, in dem er historische Embleme der Logo-Kultur von heute gegenüberstellt.

Und noch zwei Tiroler Künstler konnten die Jury überzeugen: Der Wörgler Werner Kaligofsky mit einem subtil gestalteten Plakat zum Thema Grenze und die junge Innsbrucker Architektin Birgit Steffens für ihre dreiteilige, um Körpermuster kreisende Arbeit.

Qualitativ deutlich gegenüber den Preisblättern abgeschlafft präsentieren sich die angekauften Arbeiten im Gesamtwert von rund 8000 Euro. Alle Preis- und Ankaufsblätter bleiben im Besitz des Landes Tirol.

Film, Politik, Musik

Parallel zur Grafikwettbewerb-Ausstellung läuft in der Taxisgalerie vom 26. Oktober bis 5. November die zweite Auflage von "R4_Zoom", eine Veranstaltungsreihe zu den Schwerpunkten Trick-bzw. Animationsfilm, Medien, Politik und Musik.

Am 26. Oktober (18 Uhr) präsentiert die Prager Animationsfilm-Regisseurin Galina Miklinova tschechische Trickfilme, bevor die prämierten Filme von "Tricky Women 2003" vorgeführt werden. Vorträge von Tom Holert und Claudia von Werlhof über die Rolle der Medien im Zusammenhang mit Krieg sind am 29. Oktober ab 19 Uhr zu hören. Um Musikerinnen in der aktuellen elektronischen Musikszene geht es am 5. November ab 19 Uhr.
2003-10-24 15:18:07