Möge der Appetit nicht vergehen
In der Galerie Lisi Hämmerle wird ab heute Abend aufgetischt.
Bregenz. Die
Galerie Lisi Hämmerle präsentiert künstlerische Ansichten zum Thema
Essen aus vier Jahrzehnten. Dabei werden künstlerische Positionen zum
Thema Speisen und Verspeisen und in Erweiterung bis zum Begriff des
"Geschmackes" zu sehen sein. Man beginnt also
in der Zeit der Happenings, als Daniel Spoerri die Eat-Art Edition
gründete und Andy Warhol "Campbell‘s Soup"-Dosen signierte, Joseph
Beuys sich mit Pflanzensamen den Wirtschaftswerten widmete und Dieter
Roth die Vergänglichkeit von Nahrungsmitteln untersuchte. Ansgar Skiba malt
Tortenstücke und überdimensionale Cocktails. Erwin Wurm ist mit seinen
"Flying objects escape from home" in Form von Wurstsemmeln vertreten.
Ulli Knall modelliert (Vorsicht Brechreiz!) Büsten des Japaners Takeru
Kobayashi, dem Weltmeister im Wettfressen. Lustvoll, aber kritisch
Götz Bury setzt
sich sehr humorvoll mit "Sonderformen der Ernährung" auseinander.
Regina Florida Schmid widmet Rosa Luxemburg ein sozialkritisches
Picknick. Die Vorarlbergerin Ruth Schnell bezieht sich in ihrer Arbeit
"Brot aus Luft" auf den Nobelpreisträger Fritz Haber, durch dessen
Entdeckung Dünger und Sprengstoff herstellbar wurden. Patricia Waller
häkelt Ess-Skulpturen und Pola Tostaki kocht in ihrer Videoarbeit "Iss
mich" Kinder in Bohnensuppe. Eine differenzierte Auseinandersetzung also. Dicht, kritisch, aber dennoch lustvoll.
Die Ausstellung in
der Galerie Lisi Hämmerle in Bregenz, Anton Schneider Straße, wird
heute, 8. Oktober, 19 Uhr, mit Statements von Kurt Bracharz eröffnet
und ist bis 2. Dezember, Mi bis Sa, 10 bis 12 und 15 bis 19 Uhr, zu
sehen. Am 27. Oktober, 20 Uhr, findet eine Performance von Bury statt.
Titel: "Die Kunst seinen Bauch zu füllen, ohne Geld dafür auszugeben". Galeristin Lisi Hämmerle mit Arbeit von Götz Bury: differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema Essen. (Foto: Hofmeister)
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