text breit  text schmal  
drucken 
Bilder keine Bilder

derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
06. April 2005
13:17 MESZ
FOTO: APA / KATHARINA FROECH
Wotruba-Plastik im "Toscanahof"

Wotruba-Plastiken für den "Toscanahof"
Zwischenlagerung bis 20er-Haus-Lösung - Peichl-Wohnbau in Wien-Wieden vor Eröffnung - Ausstellung "Tiroler Spirale"

Wien - Am kommenden Samstag (9. April, 11 Uhr) wird der neueste Wiener Wohnbau der Architekten Peichl und Partner feierlich eröffnet: Gegenüber dem Funkhaus in der Argentinierstraße in Wien-Wieden ist auf dem Platz des im Krieg zerstörten Palais Toskana von dem Südtiroler Bauunternehmen Seeste ein Gebäude mit Wohnungen, Büros und Geschäften errichtet worden.

"Tiroler Spirale"

Tirols Landeshauptmann Herwig van Staa und Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwaldner werden gleichzeitig mit dem neuen "Toscanahof" auch eine Ausstellung mit Zeichnungen Tiroler Künstler eröffnen. Eine Wotruba-Bronze ist Vorbote für ein weiteres ambitioniertes Projekt: Bis zur endgültigen Aufstellung im 20er Haus möchte man hier und im angrenzenden Park einer größeren Anzahl von Wotruba-Skulpturen Bleibe bieten.

Während die Ausstellung "Tiroler Spirale" mit Zeichnungen bedeutender Nord-, Süd- und Osttiroler Künstler (die Liste reicht von Clemens Holzmeister und Max Weiler über Walter Pichler, Oswald Oberhuber und Max Peintner bis zu Lois Weinberger, Martin Walde und Markus Valazza) in derzeit noch leer stehenden Räumlichkeiten im Erdgeschoss nur rund sechs Wochen zu sehen sein wird, ist die Präsentation von Werken von Fritz Wotruba (1907 bis 1975) ein längerfristiges Projekt. "Nach der neuesten Lage wird das 20er Haus frühestens 2008 fertig werden - wenn man optimistisch ist. Bis dahin wollen wir Stelen und Bronzen im Toscanahof und im so genannten Toscana-Park aufstellen", erzählt Architekt Gustav Peichl.

Verstreute Zwischenlagerung

Tatsächlich ist jene Villa, in der der Wotruba-Nachlass bisher untergebracht war, verkauft worden und wird derzeit geräumt. Die Objekte werden nun in ein gesichertes Depot übersiedelt. "Natürlich ist es uns aber lieber, sie sind ausgestellt, als wir müssen sie einlagern", bestätigt der Präsident der Wotruba-Stiftung, KHM-Direktor Wilfried Seipel, seine positive Haltung zu den Toscanahof-Plänen. Allerdings sei die Stiftung angesichts der ärgerlichen Verschiebung der 20er Haus-Sanierung "auf den Sankt Nimmerleinstag" (Seipel) auch sonst "nicht untätig geblieben":

Das Salzburger Museum am Mönchsberg, das bereits zwei Wotruba-Werke permanent zeigt, erhält eine Reihe weiterer Objekte für einen Skulpturengarten, eine große Ausstellung in Graz erhält ebenfalls eine größere Anzahl von Skulpturen geliehen. Seipel: "Es herrscht ein Run auf Wotruba. Peichl muss sich gedulden, aber ein Bronzerelief haben wir bereits zur Verfügung gestellt." Während sich Peichl insgesamt 16 Werke wünscht, hält Seipel acht bis zehn für realistisch. (APA)


© 2005 derStandard.at - Alle Rechte vorbehalten.
Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.