Tagesspiegel
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Flakturm: Vom NS-Symbol zum Mahnmal gegen Krieg. APA
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Reformer für Ali Akbar Hashemi Rafsandjani. EPA
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Stichwahl im Iran
Im Iran findet heute, Freitag, die Präsidenten-Stichwahl statt. Zur
Wahl stehen der wirtschaftsfreundliche, konservative Geistliche Ali
Akbar Hashemi Rafsandjani und der erz-konservative Teheraner
Bürgermeister Mahmud Ahmadi-Nejad. Die Reformkandidaten waren bereits
im ersten Durchgang vor einer Woche ausgeschieden. Ahmadi-Nejads, der
vor allem von den ärmeren Schichten unterstütz wird, kündigte bereits
an, westliche Einflüsse im Land strikt unterbinden zu wollen; den
Aktienmarkt verglich er jüngst mit einem Glücksspiel. Reformpolitiker
und Studentenverbände riefen daher zur Wahl Rafsandjanis auf. Indes
wurden immer mehr Vorwürfe gegen die Hardliner laut, das Ergebnis im
ersten Durchgang beeinflusst zu haben. Mindestens 26 Personen wurden
unter dem Verdacht festgenommen, gegen die Wahlgesetze verstoßen zu
haben.
Nur Teileinigung bei NS-Opferpaket
Ein umfassende NS-Opferpaket stand am Donnerstag im Justizausschuss
des Parlaments auf der Tagesordnung. Nach mehrstündiger Debatte gab es
aber keine umfassende Vier-Parteien-Einigung. Die Opposition stimmte
nur Teilen des Koalitionsantrages zu. SPÖ und Grüne kritisierten, dass
die Wehrmachtsdeserteure nicht explizit in das Gesetz aufgenommen
würden. Das so genannte "Anerkennungsgesetz" umfasst mehrere Punkte: Es
wird klar gestellt, dass alle von Gerichten, einschließlich Militär-,
SS-, Sonderoder Standgerichte gefällten Urteile, die unter
NS-Herrschaft gegen Österreicher gesprochen wurden, rückwirkend
aufgehoben werden. Weiters wird das Opferfürsorgegesetz ausgeweitet:
Auch Personen, die auf Grund ihrer sexuellen Orientierung, auf Grund
des Vorwurfes der "Asozialität" oder durch medizinische Versuche
geschädigt wurden, haben künftig Rechtsansprüche. Dasselbe gilt für
Opfer einer Zwangssterilisation und für Opfer der NS-Militärjustiz.
Kunst am Flakturm
Eines der markantesten Kunstwerke im öffentlichen Raum ist erneuert
worden: Der Schriftzug des Amerikaners Lawrence Weiner am Flakturm im
Esterhazypark in Wien-Mariahilf wurde restauriert. "Smashed to Pieces
(In the Still of the Night)" ist auf der einen Seite des Betonbunkers
zu lesen. Auf der gegenüberliegenden Seite steht die deutsche
Übersetzung "Zerschmettert in Stücke, im Frieden der Nacht". Durch die
künstlerische Arbeit werde der Flakturm neu interpretiert und
umgedeutet – vom Symbol des Nationalsozialismus zum Mahnmal gegen Krieg
und Faschismus, erläuterte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny
bei der Präsentation.
Freitag, 24. Juni 2005