Übergang mit eigenen Akzenten
Sommerakademie. Die renommierte Salzburger „Kunstschule“ will neue Positionen suchen und auf Außenwirkungen setzen.
KARL HARB SALZBURG (SN). Seit 56 Jahren zieht die Internationale Sommerakademie für bildende Kunst wissbegierige junge Künstlerinnen und Künstler, aber auch aktive Kunstfreunde nach Salzburg. Die als „Schule des Sehens“ von Oskar Kokoschka und Friedrich Welz gegründete Institution war Impulsgeber für viele derartige Initiativen. Unter der Leitung von Wieland Schmied und 28 Jahre lang unter der Führung von Barbara Wally hat sich diese „Kunstschule“ internationalisiert, Anschluss an die Strömungen der Zeit gefunden und ohne viel Aufhebens Offenheit in viele (Kunst-)Richtungen vorgelebt.
Auf dieser sicheren Basis kann nun auch die neue Leiterin, Hildegund Amanshauser, aufbauen. Der Sommer 2009 wird, wie Amanshauser am Mittwoch bekannt gab, noch ein Jahr des Übergangs sein. Da sie erst Ende 2008 bestellt worden ist, stammt das Programm der insgesamt 25 Kurse zum Teil noch von Barbara Wally. Die Handschrift Amanshausers lässt sich aber an elf Neuverpflichtungen internationaler Künstlerinnen und Künstler ablesen, die noch nie an staatlichen Kunsthochschulen unterrichtet haben. Den Sommerstudenten in Salzburg könne somit spannende Exklusivität geboten werden, sagte bei der Präsentation Kulturreferent LH-Stv. David Brenner (SPÖ).
Inhaltlich will Hildegund Amanshauser keine Themen vorgeben, gleichzeitig aber das Profil schärfen. Deswegen werden sich drei Podiumsdiskussionen mit Lehrenden, Vertretern Salzburger Kunstinstitutionen und ausländischen Experten mit der „Zukunft der Sommerakademie“ beschäftigen, und ein künstlerischer Beirat soll als zusätzlicher Think Tank eingerichtet werden.
Amanshauser, die von 1992 bis 2004 als Leiterin des Salzburger Kunstvereins das neue Profil der traditionsreichen Kunstinstitution prägte, hatte in den vergangenen fünf Jahren eine Professur in Münster. Sie will nun einen neuen Blick auf Salzburg werfen.
Kritische und gesellschaftspolitische Zugangsweisen sind ihr wichtig für eine entschiedene Positionierung. Ein Grundzug soll sein, wie Kunst heute Geschichten erzählt, aber auch Geschichte reflektiert.
Deswegen will sie auch eine geänderte Außenwirkung anregen – der Malereikurs von Monika Baer soll sich dezidiert mit Straßenmalerei auseinandersetzen, dem Malen auf der Straße, aber auch dem Bild der Straßen und öffentlichen Plätze. Die italienische Künstlerin Liliana Mori wird mit den Studierenden Skulpturen für den öffentlichen Raum entwerfen und sich dafür auf einen noch auszumachenden konkreten Platz in Salzburg konzentrieren.
Alicia Creischer und Andreas Siekmann werden einen Filmworkshop anbieten, in dem vor allem mit Knetgummi-Animationen gearbeitet wird. Mit „Erinnerung und Geschichte“ befasst sich die Fotografin Ines Doujak („Sie lügt wie eine Augenzeugin“), mit „politischen Erzählungen in der Malerei“ setzt sich Dierk Schmidt auseinander. Malerei, Foto und Film sind die Themen für einen „Malerstar“, der ebenfalls noch nie unterrichtete: Hubert Scheibl. Internet: www.summeracademy.at




















