VON ARIANE
GRABHER
Bregenz (VN) Während in der vom Amerikaner Steven Parrino
kuratierten Ausstellung "The Return of the Creature" im Künstlerhaus
gefeiert wird, zelebrieren mit Martha Bösch, Roman Fehr, Sabine
Marte, Rafet Jonuzi und Viktoria Tremmel fünf neue Mitglieder vor
allem das Medium Video.
Nachdem sich nicht weniger als drei der neuen Vorstellungen mit
Video bzw. Medienkunst beschäftigen, bietet sich der
Künstlerhaus-Keller als Art Video-Lounge geradezu an. "Extended"
(ausgedehnt, erweitert) nennt sich vieldeutig die aus Bild und Ton,
Architektur und Skulptur gesampelte Installation von Roman Fehr
(geboren 1974 in Bludenz). "Extended" besteht aus einer Art fiktivem
Guckkasten, in dem das aus verschiedenen Blickwinkeln und
Perspektiven gefilmte Berlin zu einer kristallinen Landschaft
gerinnt.
Den zweiten Teil bilden die an die Wand gelehnte Modellwand eines
Fertighauses und Interviews, die man sich auf Hockern und mit Blick
auf die Fertighaus-Modellwand einverleiben kann.
Die Frage, was fiktiv und was dokumentarisch, wo die
Dokumentation aufhört und die Kunst anfängt, beschäftigen Fehr
ebenso wie die Wechselwirkung von Skulptur modernistischer
Formvorstellung und dem Austausch mit der Architektur. Mit
Videostills und Videostücken ist Sabine Marte (geboren 1967 in
Feldkirch) vertreten. Die Kamera als Werkzeug, Instrument und
Verstärker benutzend, Unschärfe und Verzerrung als gestalterische
Mittel einsetzend, spiegelt sich im eigenwilligen Umgang der
Künstlerin mit der Kamera der Umgang mit den Dingen allgemein. Die
interessante Dritte im Video-Bund ist Viktoria Tremmel (geboren 1972
in Lauterach), die sich in einem Taucheranzug durchs Wasser bzw.
einen Atelierraum bewegt. "Im Mittelpunkt steht nicht der schnelle,
lineare Durchbruch, sondern die Intensität ihrer - teilweise ins
Komische kippenden - Übungen Ä" (Christa Benzer).
Verspielt?
"Herzig", bunt und verspielt scheinen die Objekte und
Wäscheklammer-Figuren von Rafet Jonuzi (geboren 1964 in Rahovice)
nur auf den ersten Blick. In den schubladenartigen Kästen seiner
"Hommage für Kinder in D." scheint gerade das Gegenteil der Fall,
und auch die in den Nischen aufgereihten Figürchen von "Moskau -
Paris - New York" geben zu Denken.
Kleinformatige Zeichnungen und große Handsiebdrucke auf
Packpapier repräsentieren das Werk von Martha Bösch (geboren 1955 in
Bregenz). Sechs Flächen, als zartpastellige Farbfelder wie eine
Partitur angeordnet, überlagern sich durch die einzelnen
Druckvorgänge, in denen sich kaum kontrollierbare Reaktionen des
Materials mit den Eingriffen und Manipulationen der Künstlerin
kreuzen.