VN Sa, 24.5.2003

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Kultur 

Die junge Video-Connection

Bösch, Fehr, Marte, Jonuzi und Tremmel im Bregenzer Künstlerhaus

VON ARIANE GRABHER

Bregenz (VN) Während in der vom Amerikaner Steven Parrino kuratierten Ausstellung "The Return of the Creature" im Künstlerhaus gefeiert wird, zelebrieren mit Martha Bösch, Roman Fehr, Sabine Marte, Rafet Jonuzi und Viktoria Tremmel fünf neue Mitglieder vor allem das Medium Video.

Nachdem sich nicht weniger als drei der neuen Vorstellungen mit Video bzw. Medienkunst beschäftigen, bietet sich der Künstlerhaus-Keller als Art Video-Lounge geradezu an. "Extended" (ausgedehnt, erweitert) nennt sich vieldeutig die aus Bild und Ton, Architektur und Skulptur gesampelte Installation von Roman Fehr (geboren 1974 in Bludenz). "Extended" besteht aus einer Art fiktivem Guckkasten, in dem das aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven gefilmte Berlin zu einer kristallinen Landschaft gerinnt.

Den zweiten Teil bilden die an die Wand gelehnte Modellwand eines Fertighauses und Interviews, die man sich auf Hockern und mit Blick auf die Fertighaus-Modellwand einverleiben kann.

Die Frage, was fiktiv und was dokumentarisch, wo die Dokumentation aufhört und die Kunst anfängt, beschäftigen Fehr ebenso wie die Wechselwirkung von Skulptur modernistischer Formvorstellung und dem Austausch mit der Architektur. Mit Videostills und Videostücken ist Sabine Marte (geboren 1967 in Feldkirch) vertreten. Die Kamera als Werkzeug, Instrument und Verstärker benutzend, Unschärfe und Verzerrung als gestalterische Mittel einsetzend, spiegelt sich im eigenwilligen Umgang der Künstlerin mit der Kamera der Umgang mit den Dingen allgemein. Die interessante Dritte im Video-Bund ist Viktoria Tremmel (geboren 1972 in Lauterach), die sich in einem Taucheranzug durchs Wasser bzw. einen Atelierraum bewegt. "Im Mittelpunkt steht nicht der schnelle, lineare Durchbruch, sondern die Intensität ihrer - teilweise ins Komische kippenden - Übungen Ä" (Christa Benzer).

Verspielt?

"Herzig", bunt und verspielt scheinen die Objekte und Wäscheklammer-Figuren von Rafet Jonuzi (geboren 1964 in Rahovice) nur auf den ersten Blick. In den schubladenartigen Kästen seiner "Hommage für Kinder in D." scheint gerade das Gegenteil der Fall, und auch die in den Nischen aufgereihten Figürchen von "Moskau - Paris - New York" geben zu Denken.

Kleinformatige Zeichnungen und große Handsiebdrucke auf Packpapier repräsentieren das Werk von Martha Bösch (geboren 1955 in Bregenz). Sechs Flächen, als zartpastellige Farbfelder wie eine Partitur angeordnet, überlagern sich durch die einzelnen Druckvorgänge, in denen sich kaum kontrollierbare Reaktionen des Materials mit den Eingriffen und Manipulationen der Künstlerin kreuzen.

Die Arbeiten von Martha Bösch, Roman Fehr, Sabine Marte, Rafet Jonuzi und Viktoria Tremmel sind im Künstlerhaus in Bregenz bis zum 22.Juni zu sehen, geöffnet Dienstag bis Samstag 14 bis 18, Sonn- und Feiertag 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr.

Nur auf den ersten Blick herzig: Wäscheklammer-Figuren von Rafel Jonuzi. (Foto:A. Grabher)




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