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vom 27.04.2007 - Seite Werbebeilage
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"Ich werde 5 Minuten vorher noch sagen, der Neubau geht sich aus"
Der Baustellenlärm vor seinem Büro lässt Gerfried Stocker keine Sekunde vergessen, dass das AEC neu gebaut wird. Die OÖN sprachen mit ihm über Zeitplan, Vorteile und Pläne.
VON JULIA EVERS
OÖN: Sie haben einmal gesagt, Sie bekommen Gänsehaut, wenn Sie daran denken, dass das neue AEC 2009 fertig sein soll. Wie viel Gänsehaut ist momentan im Spiel?
STOCKER: Noch sehr wenig. Der Start war sehr gut, die Bauarbeiten sind seit April in vollem Gange. Das ist ein Zeichen, dass diese Deadline von allen Seiten sehr ernst genommen wird. Gänsehaut wird's trotz allem bedeuten, denn nicht nur für die Bauphase selbst ist der Zeitplan sehr knapp, sondern auch für uns, für das Aufbauen und Einbauen und Inbetriebnehmen der neuen Ausstellungen, die bei der speziellen Art der Ars Electronica kompliziert sind.
OÖN: Geht sich's aus?
STOCKER: Im Moment schaut's sehr gut aus. Für mich gibt es sowieso keine andere Option, ich werde fünf Minuten vorher noch sagen, es geht sich aus.
OÖN: Was waren die größten Herausforderungen bei der Übersiedlung am Graben?
STOCKER: Die Logistik, weil wir so wenig Zeit wie möglich komplett schließen wollten. Letztendlich hatten wir nicht mehr als fünf Museumstage Ausfall. Installationen wie den Flugsimulator Humphrey oder den Cave, die spezifisch für das Gebäude gebaut wurden, zu übersiedeln, war eine ziemliche Herausforderung. Ist aber sehr gut gelungen, und wir werden mit einem vollwertigen Ausstellungsbetrieb zur Verfügung stehen.
OÖN: Gibt es etwas, was Ihnen am Interims-Standort besonders gut gefällt?
STOCKER: Es ist für uns sehr reizvoll, direkt in der Innenstadt zu sein, in unmittelbarer Nähe zum Taubenmarkt und zur Landstraße. Wir wollen die Präsenz dort nutzen, um noch einmal aktiv auf die Bevölkerung zuzugehen und zu zeigen, dass das AEC ein Museum für alle ist. Nach wie vor sind viele der Meinung, das würden sie nicht verstehen, denken, es sei entweder nur auf Kunst oder nur auf Technik fixiert.
OÖN: Das letzte Jahr haben Sie als "das erfolgreichste seit Gründung des AEC" bezeichnet. Wie wollen Sie daran anknüpfen?
STOCKER: Für uns ist es sicher so, dass wir die nächste Zeit bis 2009 als ein Paket sehen - die Übersiedlung, die Vorbereitungen, man ist dann in einer anderen Erwartungshaltung. Für uns richtet sich alles ganz stark auf die Neueröffnung, das muss unser nächster großer Erfolg werden. Dieses Jahr wird erfolgreich zu bilanzieren sein, wenn wir hoffentlich sehen werden, dass diese Übersiedlung gut funktioniert, weil auch die Besucher dorthin kommen - nicht in der gleichen Anzahl, aber halbwegs in derselben Größenordnung.
OÖN: Das Thema des Festivals lautet "Goodbye Privacy" - Was macht Ihnen dabei Gänsehaut?
STOCKER: Das eine ist das enorme Ausmaß an Technologie, das längst rund um uns aufgebaut ist - Technologie, die uns überwachen und kontrollieren kann. Von Videokameras bis zu Datensammlungen im Internet oder die Vorratsdatenspeicherung unserer Handytelefonate.
Was fast noch mehr Gänsehaut macht, ist, dass wir als Gesellschaft noch sehr wenig Bewusstsein demgegenüber haben. Die Technologie ist natürlich weitgehend unsichtbar. Es fehlen die Anzeichen. Woher erkennen wir, dass wir überwacht werden? Mein Handy sendet aber jetzt Signale, Ihres auch, und somit ist es möglich, festzustellen, dass wir beide uns im gleichen Gebäude befinden. Das wird uns aber nicht bewusst. Es ist sehr schwierig für uns Menschen, mit dieser neuen Realität umzugehen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln.
Gerfried Stocker Foto: rubra
Medienkünstler
Der künstlerische Leiter der Ars Electronica Linz Gerfried Stocker wurde 1964 in Judenburg geboren. Seit 1995 ist er gemeinsam mit Christine Schöpf für die künstlerische Leitung der Ars Electronica verantwortlich. |
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