Tschechisches EU-Kunstwerk entzweit Europa

15. Jänner 2009 | 10:22 | prag | apa/ag.
Angesichts der Debatte über seine Installation "Entropa" ist der tschechische Konzeptkünstler David Cerny im Falle weiterer Beschwerden zur Entfernung umstrittener Teile seines Kunstwerks bereit. Der Künstler sei zudem willens, auf das ihm gezahlte Geld zu verzichten. Die tschechische Regierung entschuldigte sich indes offiziell für das Kunstwerk.
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„Das ist nicht die Sicht der tschechischen Regierung auf Europa“, sagte der tschechische Vizepremier und Europaminister Alexandr Vondra am Donnerstag in Brüssel. Cerny hatte enthüllt, dass das von der Prager Regierung in Auftrag gegebene Werk allein von ihm entworfen sei und nicht von 27 Künstlern aus ganz Europa, wie ursprünglich angegeben.

Das Bild Bulgariens als eine Ansammlung von Hocktoiletten muss aus dem umstrittenen tschechischen Kunstwerk im Gebäude des EU-Ministerrates verschwinden. „Natürlich bestehen wir darauf“, sagte eine Sprecherin der bulgarischen EU-Botschaft am Donnerstag in Brüssel. Unterdessen protestierte auch die Slowakei gegen die Darstellung des Landes in dem Kunstwerk „Entropa“. Außenminister Kubis missfiel die Präsentation der Slowakei als Salami mit ungarischer Fahne.

Das rund zehnmal zehn Meter große Werk namens „Entropa“ hängt seit Montag im Eingangssaal des Brüsseler EU-Ratsgebäudes und nimmt Vorurteile über die 27 Mitgliedstaaten aufs Korn. Bulgarien hatte am Dienstag bereits offiziell Protest gegen die Darstellung des Landes als Stehtoilette eingelegt. Die Slowakei protestierte am Mittwoch gegen die Darstellung des Landes als Würstchen, das von der Nationalflagge des Nachbarlandes Ungarn eingewickelt ist. Der angebliche deutsche Beitrag ist eine Deutschlandkarte, durchzogen von Autobahnen, die einem Hakenkreuz ähneln. Österreich ist als grüne Wiese mit vier Kühltürmen dargestellt.

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