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23.06.2003 - Ausstellung
Frühstücken, baden, promenieren
"In freier Natur - Von Cézanne bis Picasso": eine Sonderausstellung im Innsbrucker Ferdinandeum.
VON SUSANNE KUMMER


Wie lange noch dauert die Inflation der "Von-Bis-Ausstellungen"? Ab wann tritt eine Sättigung ein? Direktor Gert Amman mag sich dem Trend der Eventkultur in selbstkritischen Äußerungen widersetzen. Am Ende hielt das publikumswirksame Konzept auch im Tiroler Landesmuseum Einzug.

"In freier Natur - Von Cézanne bis Picasso" heißt also die erste große Sonderausstellung, die das Ferdinandeum nach zweijähriger Umbauzeit in seinen neuen Ausstellungsräumen präsentiert. Thema ist der Wandel des Verhältnisses von Mensch, Natur und Landschaft in der Malerei der Moderne von 1880 bis 1930. Gezeigt werden rund 80 Werke von Künstlern des französischen und deutschen Impressionismus, der Nabis und Fauves in Frankreich, des Symbolismus bis zu Jugendstil und Expressionismus.

Akte im Freien und Badende, wie die berühmten "Badende vor einem Zelt" von Paul Cézanne (1880) oder Picassos "Vier weiblichen Akte am Meer" (1921) gehören zu den Hauptmotiven der Moderne. Sie stellen eine Art irdisches Paradies als Kontrast zur Industrialisierung dar. Doch auch Refugien innerhalb der Großstädte werden Thema der modernen Malerei: der Garten als Idyll der Privatsphäre, Frühstücke im Freien (Edouard Manet, 1863), Spaziergänger in öffentlichen Grünanlagen, auch ironisiert von Lyonel Feininger (1915). Spiel und Sport im Freien wird als eigener Themenkomplex mit Bildern von Degas, Liebermann und Delaunay gewürdigt, ebenso Paul Gauguins symbolisches Arkadien der Südsee - bis hin zu den "Brücke"-Künstlern Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein.

Die neue "Art-Box" des Tiroler Ferdinandeums in strenger, kühler Architektur (und vollklimatisiert) bietet das geeignete Ambiente. Etwas zu karg ausgefallen sind Kommentare und Erklärungen zu den lose aneinander gereihten Werken. Und etwas zu laut die veralteten Luftentfeuchtungsapparate, die mit ihrem Geknatter den Rundgang begleiten.
Bis 28. 9., www.tiroler-landesmuseum.at



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