VN Sa, 29.11.2003

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Die enteigneten Kunstsammlungen

Wien (VN, APA) Nach zwei Jahren intensiven Forschens vollendete die Wiener Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Sophie Lillie ihre Dokumentation "Was einmal war. Ein Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens", das eben als Band VIII der "Bibliothek des Raubes" im Czernin Verlag erschienen ist. Auf der gestrigen Pressekonferenz präsentierte der Verlag das 1440 Seiten umfassende Buch, in dem der Verbleib von 148 privaten Kunstsammlungen Wiener Juden recherchiert wurde. Die Dokumentation protokolliert systematisch Lebensläufe und Inventarlisten.

"Passend zum Anlass befinden wir uns auf historischem Boden", meinte Lillie zum Ort der Konferenz, dem Café Landtmann. "Das Palais Auspitz-Lieben war einst Firmensitz des Bankhauses Auspitz, Lieben & Co. Sowohl die Familie Auspitz als auch die Familie Lieben besaßen Bilder, deren Beschlagnahme und weiterer Besitzstand dokumentiert ist. Dabei ging es der Autorin weniger um atmosphärische Beschreibungen des Geschehens, als um eine profunde Recherche, die die mit der Vernichtung menschlichen Lebens einhergehende bürokratische NSEnteignungsmaschinerie aufdeckt.

Sophie Lillie: "Was einmal war. Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens", Band VIII der "Bibliothek des

Nachrichten

Raubes", Czernin Verlag 2003 Internet: www.czerninverlag.com




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