Wien (VN, APA) Nach zwei Jahren intensiven Forschens vollendete
die Wiener Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Sophie Lillie
ihre Dokumentation "Was einmal war. Ein Handbuch der enteigneten
Kunstsammlungen Wiens", das eben als Band VIII der "Bibliothek des
Raubes" im Czernin Verlag erschienen ist. Auf der gestrigen
Pressekonferenz präsentierte der Verlag das 1440 Seiten umfassende
Buch, in dem der Verbleib von 148 privaten Kunstsammlungen Wiener
Juden recherchiert wurde. Die Dokumentation protokolliert
systematisch Lebensläufe und Inventarlisten.
"Passend zum Anlass befinden wir uns auf historischem Boden",
meinte Lillie zum Ort der Konferenz, dem Café Landtmann. "Das Palais
Auspitz-Lieben war einst Firmensitz des Bankhauses Auspitz, Lieben
& Co. Sowohl die Familie Auspitz als auch die Familie Lieben
besaßen Bilder, deren Beschlagnahme und weiterer Besitzstand
dokumentiert ist. Dabei ging es der Autorin weniger um
atmosphärische Beschreibungen des Geschehens, als um eine profunde
Recherche, die die mit der Vernichtung menschlichen Lebens
einhergehende bürokratische NSEnteignungsmaschinerie aufdeckt.