ZUR PERSON
Bildhauer Paul Justus
Lück Geboren: 1963 in Wolfsburg Ausbildung: Studium in Wien Laufbahn:
Ausstellungen in Österreich und Deutschland Preise: u. a. Füger Preis
Wohnort: Wien Von der Schokoladenseite
Feldkircher Kunstverein A4 zeigt Skulpturen des Deutschen Paul Justus Lück.
Feldkirch (VN-ag)
Weiter nach rechts, näher, noch näher hin, ein Stückchen nach links,
jetzt! Sehen Sie es? Den richtigen Standpunkt vorausgesetzt, wird aus
dem kleinen, etwas unförmigen Gebilde, halb Frosch, halb Rose, ein
Bett. Doch die Skulpturen von Paul Justus Lück haben immer mehrere
Seiten, wie die Ausstellung des Bildhauers und sein Spiel mit dem
Betrachterstandpunkt in der Feldkircher Galerie A4 beweist. Sehschule
Ein Bett? Das Bett
ist nicht einfach ein Bett, sondern das Bett aus van Goghs Zimmer in
Arles. Wenn sich Lück wie ein Dieb in die Ikonen der Kunstgeschichte
schleicht, dann immer auf der Suche nach Blickwinkeln und Details, die
er dreidimensional umsetzen kann. Wenn Lück van Goghs Bett
re-interpretiert, dann überschneidet sich das Motiv mit dem zweiten
großen Themenstrang des Künstlers, den Alltagsgegenständen. Eine ins
Monumentale vergrößerte Steckdose, ein Kinderwagen en miniature oder
ein Türgriff mitten im Raum - ungeachtet ihrer Dimensionen gibt der
Bildhauer den Dingen in seiner anregenden Sehschule etwas von ihrer
Bedeutung zurück und lenkt die Aufmerksamkeit auf eben die kleinen und
großen Dinge, die für unser tägliches Leben so unentbehrlich wie
selbstverständlich geworden sind. Welt der Dinge
Den anderen Blick
herausfordernd, spielen die fein modellierten, formal vieldeutigen
Bronze- und Aluminiumgüsse mit Ansichten und Einsichten in die Welt der
Dinge. Will man das Motiv so sehen, wie es vom Künstler gedacht ist,
wird man gezwungen, genau denselben Standpunkt einzunehmen. Doch
schnell wird klar: Form bzw. "Wahrheit" ist nur eine Frage der
Perspektive. Andererseits hat auch die abstrakte, verschlüsselte Form
für sich ihre Gültigkeit, sagt der bekennende Formen-Fetischist Lück,
womit er recht hat. Die Ausstellung
ist im Kunstverein A4, Gymnasiumgasse 7, Feldkirch, bis 3. Dezember zu
sehen, geöffnet Di und Do, 18 bis 20, Sa 10 bis 12 Uhr, sowie nach
Vereinbarung unter Tel. 0664 2406795. Lück bietet auch Einsichten in die Welt der Dinge.
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