Feldkirch (VN-ag) Kompakte,
geschlossen wirkende Formen, im Detail belebte Oberflächen und eine
Monumentalität, die nichts mit Größe zu tun hat, zeichnen die
Bronzeplastiken des japanischen Künstlers Masa-aki Maruyama, derzeit
zu sehen in der Feldkircher Galerie Sechzig, aus.
Geboren 1952 in Nagano-Ken, Japan, absolvierte Masa-aki
Maruyama ein Studium der Bildhauerei sowohl an der Universität Tokio
als auch an der Mailänder Brera.
Analog zu seiner Biographie (der Künstler arbeitet in Europa und
Japan) erweist sich Masa-aki Maruyama auch künstlerisch als ein
Mittler zwischen den Welten. Seine Bronzen sind dem traditionellen
Japanischen ebenso verpflichtet wie sie von westlichen Einflüssen
inspiriert sind. "Sonzai-Kankei" - "Sein-Beziehungen" betitelt er
die Auswahl in der Galerie Sechzig in Feldkirch, seiner ersten
Ausstellung in Österreich.
Die Ursprünge des bildhauerischen Werkes von Masa-aki Maruyama
wurzeln in der intensiven Auseinandersetzung mit dem Fernöstlichen,
dem Buddhismus und dem japanischen Noh-Theater. Auf dem Weg
fortschreitender Reduktion, den Raum als Hülle und die völlige Leere
als Ziel vor Augen, entstehen die sehr ästhetisch anmutenden
Plastiken. Kompakte, würfelartige Objekte, die trotz ihrer
kleinformatigen Dimensionen so etwas wie monumentale Würde
ausstrahlen. Gebrochen wird die Ebenmäßigkeit der klaren Formen zum
einen durch die sanft abgerundeten Konturen, die harte Schnitte
vermeiden, zum anderen durch ein minimales Abweichen von Symmetrie
und Regelmaß.
Gebrochenes Gleichmaß
Gebrochen wird das Gleichmaß der dunkel patinierten,
samtig-weich wirkenden Oberflächen auch durch dezente
Binnenstrukturen, eingeritzt, Andeutungen von Öffnungen, oder dem
kaum merklich akzentuierten Aufeinandertreffen zweier körperhafter
Volumen. Einfachheit offenbart sich hier einerseits als äußerste
Reduktion, andererseits als die Essenz, als das Wesentliche, das am
Ende eines langen formbildenden Prozesses steht. Neben einer Auswahl
von archaisch wirkenden Bronzen zeigt Maruyama auch einige Arbeiten
auf Papier, als collagierte Mischtechniken, die als in die Fläche
geklapptes Pendant zu den Bronzen erscheinen.
Masa-aki Maruyama
(Foto: A.Grabher)