VN Sa, 28.9.2002

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Kultur 

Vorstoß in die Einfachheit

Der Japaner Masa-aki Maruyama in der Galerie Sechzig

Feldkirch (VN-ag) Kompakte, geschlossen wirkende Formen, im Detail belebte Oberflächen und eine Monumentalität, die nichts mit Größe zu tun hat, zeichnen die Bronzeplastiken des japanischen Künstlers Masa-aki Maruyama, derzeit zu sehen in der Feldkircher Galerie Sechzig, aus.

Geboren 1952 in Nagano-Ken, Japan, absolvierte Masa-aki Maruyama ein Studium der Bildhauerei sowohl an der Universität Tokio als auch an der Mailänder Brera.

Analog zu seiner Biographie (der Künstler arbeitet in Europa und Japan) erweist sich Masa-aki Maruyama auch künstlerisch als ein Mittler zwischen den Welten. Seine Bronzen sind dem traditionellen Japanischen ebenso verpflichtet wie sie von westlichen Einflüssen inspiriert sind. "Sonzai-Kankei" - "Sein-Beziehungen" betitelt er die Auswahl in der Galerie Sechzig in Feldkirch, seiner ersten Ausstellung in Österreich.

Die Ursprünge des bildhauerischen Werkes von Masa-aki Maruyama wurzeln in der intensiven Auseinandersetzung mit dem Fernöstlichen, dem Buddhismus und dem japanischen Noh-Theater. Auf dem Weg fortschreitender Reduktion, den Raum als Hülle und die völlige Leere als Ziel vor Augen, entstehen die sehr ästhetisch anmutenden Plastiken. Kompakte, würfelartige Objekte, die trotz ihrer kleinformatigen Dimensionen so etwas wie monumentale Würde ausstrahlen. Gebrochen wird die Ebenmäßigkeit der klaren Formen zum einen durch die sanft abgerundeten Konturen, die harte Schnitte vermeiden, zum anderen durch ein minimales Abweichen von Symmetrie und Regelmaß.

Gebrochenes Gleichmaß

Gebrochen wird das Gleichmaß der dunkel patinierten, samtig-weich wirkenden Oberflächen auch durch dezente Binnenstrukturen, eingeritzt, Andeutungen von Öffnungen, oder dem kaum merklich akzentuierten Aufeinandertreffen zweier körperhafter Volumen. Einfachheit offenbart sich hier einerseits als äußerste Reduktion, andererseits als die Essenz, als das Wesentliche, das am Ende eines langen formbildenden Prozesses steht. Neben einer Auswahl von archaisch wirkenden Bronzen zeigt Maruyama auch einige Arbeiten auf Papier, als collagierte Mischtechniken, die als in die Fläche geklapptes Pendant zu den Bronzen erscheinen.

Masa-aki Maruyama

(Foto: A.Grabher)




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