Kein sakraler Kunsttempel, sondern ein Haus für die Kunst sollte es von Anfang an nach den Vorstellungen von Karlheinz Essl werden. Heinz Tesars Museumsbau hat inzwischen knapp 90 Ausstellungen beherbergt, die Sammlung Essl ihrerseits 20 Ausstellungen weltweit mit Exponaten bestückt. Allein 2008 waren 700 sammlungseigene Werke international zu sehen.
„Kunst macht tolerant und ist ein unverzichtbarer Bestandteil menschlicher Existenz“, lautet das Credo der Essls: „Kunst zerstreut nicht, sie ist ein Band.“ Wesentlich sei nicht Selbstdarstellung, sondern Demut: „Wir sind die Fassung, die Künstler sind die Diamanten.“
Als „unglaubliches Glück, Kraftfeld und Mehrwert für die niederösterreichische Kulturpolitik“ wertete Landeshauptmann Erwin Pröll (V) die Existenz des Essl Museums und wies auf dessen „kulturelle Botschaftertätigkeit“ hin. Das Land sei hier zwar nur „Trittbrettfahrer und Nutznießer“, doch: „Eine Familie Essl zu haben - da lohnt sich's tatsächlich, Landeshauptmann in Niederösterreich zu bleiben.“
Essl ergriff nochmals das Wort und hielt ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Ausgrenzung und Ausländerfeindlichkeit, die er als größte Infamie und Menschenverachtung bezeichnete. Kämpferisch gab er sich auch bezüglich neuer Vorhaben: „Wir sind ja noch in der Pubertät. Es wird sicher noch zu mancher Aufregung kommen.“
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