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Montag 10.09.2001, 11:05
Das Presse-Online Archiv
Erscheinungsdatum: 16.06.2001 Ressort: Kultur/Medien
 
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Klassik und Moderne verbunden
Fritz Wotruba (1907-1975): Das Tiroler Landesmuseum widmet dem Bildhauer im Zeughaus eine instruktive Werkschau.

Auch eine Kunst, "die Gesetz, Maß und Harmonie höher als alle anderen Eigenschaften stellt", wie sie Fritz Wotruba angestrebt hat, bleibt aktuell. Weil der Bildhauer in sein Koordinatensystem einzubauen verstand, was unserer Zeit entspricht - verbunden mit dem Neuformen, Neuformulieren und Beseelen der Figur.
Wotruba ging es "um die Statuarik, die Statik, das Maß, die Balance und um die Einheit". Er wußte, daß solcher Vorstellung nicht leicht nachzugehen sein würde. Denn schon zu Lebzeiten machten sich andere Tendenzen breit.
Der Künstler trug dem Rechnung, indem er Dissonanzen, Brüchen nicht auswich - nicht nur der Torso ist dafür ein Beleg. Was er dem klassischen Prinzip im Ausformen seiner Blöcke und Kuben einschrieb, manifestiert seinen Gestaltungswillen in einer gefährdeten Epoche. Das Innsbrucker Zeughaus-Museum widmet dem Bildhauer nun erstmals eine repräsentative Werkschau. Die wohlbedachte Auswahl durchbricht die Chronologie mit typischen Zeugnissen. Die vorgenommenen Querungen reichen von einem frühen Kalkstein-Torso bis zu Konstruktionen und architektonischen Reliefs vor allem um die Zeit Mitte der sechziger Jahre.
Während in Wien überlegt wird, wie seinem Werk auf Dauer adäquate Präsenz zu verleihen sei, führt man in Innsbruck vor, was entstehen könnte. Gedacht ist an ein Unterbringen des Nachlasses in den dem Museumsquartier vorgelagerten alten Quertrakten. In Innsbruck stehen große Bronzen vor dem Ausstellungssaal am Hofrand, leider dicht gedrängt. Umso feiner wurde eine Begleitwand mit Zeichnungen gegliedert. Wotrubas Methode, eine Figur zu organisieren, mitunter malerisch wirken zu lassen, läßt sich wandlungsreich ablesen.K. S.
Bis 9. 9., Di.-So. 10-17 Uhr.

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