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Kunstberichte

Erich Lessing im Filmporträt

Ruth Deutschmann porträtiert das Leben des Fotografen in einer Dokumentation
Illustration
- Erich Lessing.

Erich Lessing. (© APA / Barbara Gindl)

Von Anton Silhan / WZ Online

Bei der Finissage zur Ausstellung "Budapest 1956 – Die ungarische Revolution. Fotografien von Erich Lessing" im Leopold Museum im Wiener MuseumsQuartier wird heute, Donnerstag, dem 1. Februar, ein Filmporträt von Erich Lessing (83) präsentiert (Auditorium, Seiteneingang, 19 Uhr).

Die Filmemacherin und Leiterin des Österreichischen Zeitzeugenarchivs, Ruth Deutschmann, zeichnet in diesem Porträt den Werdegang des unermüdlichen und kantigen Chronisten nach, dessen Karriere die Geschichte des Bildjournalismus im vorigen Jahrhundert widerspiegelt.

"Ich bin ein Geschichtenerzähler – Der Fotograf Erich Lessing" lautet der Titel des eben fertig gestellten Films. Mit dem Wiener Erich Lessing wird hier einer der bedeutendsten Fotografen der Gegenwart porträtiert. Ein Schwerpunkt seines reichhaltigen Schaffens sind die unverwechselbaren Fotos vom Leben in den ehemaligen Ostblockländern. Zeitzeuge Lessing hat aber auch 1955 das allseits bekannte Foto mit der Balkon-Szene nach der Staatsvertrags-Unterzeichnung im Wiener Belvedere aufgenommen sowie die dramatischen Ereignisse während der ungarischen Revolution fotografiert.

Lessings Erlebnisse als "Fotograf des Kalten Kriegs" sind ebenso Teil der Filmdokumentation wie seine Erinnerungen an 1939, als er gerade noch rechtzeitig vor dem Nazi-Terror nach Palästina flüchten konnte. Im Epilog beurteilt Lessing die politische Gegenwart und wirft einen Blick in die Zukunft.

Zu Wort kommt auch seine Frau Traudl Lessing. Die Journalistin verschaffte ihrem späteren Mann 1947, nach seiner Rückkehr aus Palästina, einen Job als Fotoreporter bei der US-Nachrichtenagentur Associated Press.

Seit 1951 ist Lessing Mitglied der Fotografenkooperative Magnum mit Sitz in Paris und New York. Er arbeitete unter anderen für international renommierte Zeitschriften wie "Life", "Paris Match" oder "Epoca".

Lessing hat mehr als 40 eigene Kunstbücher publiziert, die in österreichischen, deutschen, französischen, niederländischen, US-amerikanischen, schwedischen und italienischen Verlagen erschienen sind. So etwa den Band „Szene" über Burgtheater und Wiener Staatsoper in der Österreichischen Staatsdruckerei; eines der ersten Bücher mit Farbbildern.

Seine Fotografien hat Erich Lessing in einem Archiv mit mehr als 30.000 großformatigen Farbdias gesammelt, dem "Erich Lessing Kunst- und Kulturarchiv", das über ein eigenes Software-Programm benützt werden kann.

Aufzählung http://www.lessing-photo.com

Donnerstag, 01. Februar 2007


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