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03.07.2002 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN von JOHANNA HOFLEITNER


Galerie Ernst Hilger. Den schmalen Grat zwischen Performance und Theater machte Eleanor Antin 1971-1973 in ihrer Großaktion "100 Boots" deutlich: In 51 Sessions ließ sie 100 Stiefel über Wüsten, Weiden, Friedhöfe spazieren, sich vor Bankschaltern, in Supermärkten, Spielhallen etc. postieren, als wären sie eine kleine Armee. Mittels Postkarten wurde die Kunstwelt auf dem laufenden gehalten. Die Präsentation dieser in ihrer Rätselhaftigkeit faszinierenden Postkartenserie ist ein wertvoller Kommentar zu Antins Untersuchungen zum Theatralischen in der Photographie, wie derzeit in der Kunsthalle bei "Tableaux vivants" ausgestellt (I., Dorotheergasse 5; bis 19. August).

Christine König Galerie. Eigentlich ist David Hammons Künstler. Diesmal präsentiert er als Kurator drei abstrakte Malereipositionen. Da sind einmal die mit Besen gemalten, in ihrer inneren Ruhe verblüffend kräftigen Farbklänge Ed Clarks. Sie interagieren mit Stanley Whitneys leuchtenden Farbgittern, zu deren Betrachtung ein Ledersofa bereit steht. Explizitere Referenzen birgt Denyse Thomasos Wandmalerei: Ihre Wandbilder kehren die Gefängnismetapher von Gitterstrukturen um. Hammond selbst ist mit einer Skulptur aus Hemd und Kimono vertreten. Ein leiser Hinweis darauf, daß die Schau bei aller Ästhetik doch auch von Kultur und Identität handelt, sind doch alle Beteiligten von ihrer Herkunft her Afroamerikaner auch wenn man es ihrer Kunst nicht ansieht (IV., Schleifmühlgasse 1A; bis 3. August).

Kunstbuero. Nach langem sind nun wieder Arbeiten des an der renommierten holländischen Van-Eyck-Akademie ausgebildeten Künstlerduos Claudia Plank & Hans Werner Poschauko öffentlich zu sehen. Im Entrée bilden flache Podeste mit Wolldecken eine Plattform zur Diskussion von Wert und Wertzuschreibung. In Reihen sind hier einmal Muscheln, Beeren, Steine ausgelegt, ein andermal Perlenschnüre, Ketten, Zöpfe, Dosen. An der Wand lehnen kleine Äste, bemalt und mit Haarbüscheln versehen, dazu durchkreuzen bunt bemalte Spagatschnüre den Raum in Kopfhöhe, Perlenschnüre scheinen aus den Ecken zu rieseln. Auf den Punkt bringt diese mit Intellekt gespickte Magie ein mit versteckter Kamera treffenderweise auf dem Neuen Markt aufgenommenes Video, worin Passanten ebenso erstaunt wie andächtig einem Kreis aus Münzen ausweichen (VI., Schadekgasse 6; bis 12. Juli).



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