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Galerie Ernst Hilger. Den schmalen Grat zwischen
Performance und Theater machte Eleanor Antin 1971-1973 in ihrer
Großaktion "100 Boots" deutlich: In 51 Sessions ließ sie 100 Stiefel über
Wüsten, Weiden, Friedhöfe spazieren, sich vor Bankschaltern, in
Supermärkten, Spielhallen etc. postieren, als wären sie eine kleine Armee.
Mittels Postkarten wurde die Kunstwelt auf dem laufenden gehalten. Die
Präsentation dieser in ihrer Rätselhaftigkeit faszinierenden
Postkartenserie ist ein wertvoller Kommentar zu Antins Untersuchungen zum
Theatralischen in der Photographie, wie derzeit in der Kunsthalle bei
"Tableaux vivants" ausgestellt (I., Dorotheergasse 5; bis 19. August).
Christine König Galerie. Eigentlich ist David
Hammons Künstler. Diesmal präsentiert er als Kurator drei abstrakte
Malereipositionen. Da sind einmal die mit Besen gemalten, in ihrer inneren
Ruhe verblüffend kräftigen Farbklänge Ed Clarks. Sie interagieren
mit Stanley Whitneys leuchtenden Farbgittern, zu deren Betrachtung
ein Ledersofa bereit steht. Explizitere Referenzen birgt Denyse
Thomasos Wandmalerei: Ihre Wandbilder kehren die Gefängnismetapher von
Gitterstrukturen um. Hammond selbst ist mit einer Skulptur aus Hemd und
Kimono vertreten. Ein leiser Hinweis darauf, daß die Schau bei aller
Ästhetik doch auch von Kultur und Identität handelt, sind doch alle
Beteiligten von ihrer Herkunft her Afroamerikaner auch wenn man es ihrer
Kunst nicht ansieht (IV., Schleifmühlgasse 1A; bis 3. August).
Kunstbuero. Nach langem sind nun wieder Arbeiten des
an der renommierten holländischen Van-Eyck-Akademie ausgebildeten
Künstlerduos Claudia Plank & Hans Werner Poschauko öffentlich
zu sehen. Im Entrée bilden flache Podeste mit Wolldecken eine Plattform
zur Diskussion von Wert und Wertzuschreibung. In Reihen sind hier einmal
Muscheln, Beeren, Steine ausgelegt, ein andermal Perlenschnüre, Ketten,
Zöpfe, Dosen. An der Wand lehnen kleine Äste, bemalt und mit Haarbüscheln
versehen, dazu durchkreuzen bunt bemalte Spagatschnüre den Raum in
Kopfhöhe, Perlenschnüre scheinen aus den Ecken zu rieseln. Auf den Punkt
bringt diese mit Intellekt gespickte Magie ein mit versteckter Kamera
treffenderweise auf dem Neuen Markt aufgenommenes Video, worin Passanten
ebenso erstaunt wie andächtig einem Kreis aus Münzen ausweichen (VI.,
Schadekgasse 6; bis 12. Juli).
© Die Presse | Wien
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