Abgründiges

Der Kalifornier Cameron Jaime und die steirische Künstlergruppe G.R.A.M. zeigen bei Christine König ihre Suche nach Extremen.


Der aus Los Angeles stammende 33-jährige Künstler Jamie verblüffte sein Publikum durch Filme und Sounds, die von Randexistenzen kommen. Er beobachtete im Hinterhöfen von Los Angeles sogenanntes Kinder-Wrestling, wo Kinder nach gesehenem Film- und Bildmaterial miteinander kämpfen.

Cameron Jaime
Cameron Jaime

Und Jamie begleitete die Kids jahrelang mit seiner filmischen Arbeit. Wie ein Dokumentarfilmer führte er lange Gespräche, ohne sie aber zu veröffentlichen.

Bodensatz: Gesellschaft

Sein kritisch-analytischer Blick untersucht die verschiedensten extremen Ausformungen der Gesellschaft, die von Halloween-Veranstaltungen bis zu Spukhäusern reichen. Einem Feldforscher gleich, zeigt er in seinen Videos "BB" oder "Cypress" die Subkultur der Jugendlichen in Los Angeles.

Arbeiten auf Papier, Fotos, Videos

Bei Christine König sind neue Arbeiten auf Papier und eine sechsteilige Fotoserie von Halloween-Spukhäusern aus Michigian und Neotoma zu sehen. Außerdem führt er grausige Amateurvideos vor, die die grotesken Auswirkungen der amerikanischen Unterhaltungskultur dokumentieren.

G.R.A.M.

Die Steirer Künstlergruppe G.R.A.M., bestehend aus Günther Holler-Schuster, Roland Walter, Armin Ranner und Martin Behr, fiel immer wieder durch ihre absurden und witzigen fotografischen Sujets auf. Zuletzt ließen sie sich als "Dick und Doof"-Persiflage fotografieren. In Wien sind sie nun mit Gespenstischem vertreten.

"Wiedergänger"

In ihren neuen unscharfen schwarz-weiß-Fotografien sind sie schemenhaft Wesen auf der Spur. Stellen die abgebildeten Figuren eine Art Existenzform des Menschen dar? Kommen sie aus der Vergangenheit oder aus der Zukunft? Man weiß es nicht. Sind es außerirdische Wesen, postapokalyptische Figuren oder stellen sie eine frühere Daseinsform des Menschen dar? In zukünftigen filmischen Arbeiten wollen G.R.A.M. den sogenannten "Wiedergänger" nachhaltig dokumentieren. Man darf gespannt sein.

Link:

Radio &sterreich 1