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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
03.02.2004
13:31 MEZ
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Forum Stadtpark

 
"Es gibt Tote"-Pickerl sind keine Morddrohungen
Aufkleber auf Tür von Landesrat Paierl lagen zur freien Entnahme in Ausstellung im Grazer "Forum Stadtpark" auf

Graz - Jene mutmaßlichen Todesdrohungen auf Aufklebern ("Es gibt Tote"), die am Wochenende in Graz entdeckt worden waren, haben sich als Teil einer Kunstaktion entpuppt. Seitens der Behörden wurde Entwarnung gegeben: Nach der Berichterstattung meldeten sich die Verantwortlichen eines Kunst-Projektes, das gegenwärtig im "forum stadtpark" läuft. Zunächst waren Verbindungen zur so genannten EStAG-Affäre vermutet worden, weil ein Pickerl u.a. auf der Türe zum Büro von Landesrat Herbert Paierl (V) gefunden worden war.

Pickerl mit diversen Aufschriften zur freien Entnahme im Ausstellungsraum

Am Freitag, dem 27. Jänner wurde die Ausstellung "Manipulation. Kunst, auch für demokratische Länder. Die fünfte Gewalt" im Forum Stadtpark von der "Aktionsgruppe Gewalt" eröffnet. Im Zuge dieser Eröffnung wurden 160 Sessel als Gesamtkunstwerk mit verschiedenen Aufklebern ausgestellt - zusätzliche Kleber standen zur freien Entnahme bereit, so Josef Dick von der Sicherheitsdirektion. Dies hat zur Verteilung dieser Aufkleber im gesamten Stadtgebiet geführt. Irgendjemand hat diesen Kleber an die Amtstür von Landesrat Herbert Paierl angebracht. Dass keine tatsächliche Drohung mit politischem Hintergrund vorliege, sei bald festgestanden, hieß es.

Fall noch nicht "ad acta" gelegt

Für die steirische Sicherheitsdirektion ist der Fall allerdings noch nicht ganz abgeschlossen. Man wolle versuchen das Motiv zu erheben, sagte Sicherheitsdirektor Josef Klamminger am Montag. Er betonte aber: "Die Freiheit der Kunst ist für uns ein Grundrecht. Wir würden uns aber wünschen, dass man sich im Vorfeld mit uns in Verbindung setzt, damit wir unsere Arbeit nicht unnötig aufgebläht wissen", so Josef Klamminger.

Weiterer Text der "Aktionsgruppe Gewalt": "Fahren sie selbst ins Krisengebiet"

Die Künstlergruppe "Aktionsgruppe Gewalt", hat im Rahmen der Ausstellung und Installation im "forum Stadtpark" weitere Aufkleber aufgegelegt: Die Texte lauten unter anderem "Sind sie integer genug, um Platz zu nehmen?", "Es gibt Tote" oder "Fahren sie selbst ins Krisengebiet". Ein Verweis am Aufkleber auf die Ausstellung hätte viele Aufregungen ersparen können. (APA)


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