
MAK-Direktor geißelt Kunstpolitik und präsentiert seine "Agenda Kunst 2010"

Ausstellung mit Coop Himmelb(l)au im Dezember.
Wien. (irr) Jahrespressekonferenz, das bedeutet im Kunstbetrieb: Terminankündigungen. Schrecklich viele. Und danach die Journalisten-Frage zum Subventionsstand. "Zu wenig", klagt der Leiter dann, "konkret . . ."
Peter Noever dreht dieses Procedere um. Schon 2006 hat der Direktor des Museums für angewandte Kunst (MAK) knausrige Subventionsgeber mit dem Schlachtruf "Gegenwartskunst in die Regierung" gegeißelt. Nun, nach der Regierungsbildung, proklamiert er seine "Agenda Kunst 2010" fast lutherianisch. Kein fertiges Strategiepapier sei es, aber eine Mischung aus Gedanken und Anstößen – gerade für die Kunstpolitik.
Ideenlieferanten waren Persönlichkeiten des Kunstbetriebs: Arnulf Rainer etwa und die derzeit im MAK ausgestellte Elke Krystufek haben gegrübelt, entstießen sich jedoch eher Utopien als konkrete Strategien, die Noever wortmächtig unterstützt: Marktzwänge seien ein "stahlhartes Gehäuse", das MAK wolle "Motor der Veränderung" sein – für Balance zwischen traditioneller und moderner Kunst. Mit Verweis auf die bestehende Subventionslage: Jährlich fehlen dem MAK 2,6 Millionen Euro, meint er. Für nichtstaatliche Zuwendungen habe man die "future mak foundation" angedacht, an der sich Firmen und private Geldgeber beteiligen könnten.
Skulptur im Stadtpark
Konkret ist das Programm für 2007: Ab 9. Mai wird unter dem Titel "Held toge ther with Water" Kunst der Sammlung Verbund gezeigt, am 12. Dezember startet "Wolf D. Prix/Coop Himmelb(l)au. Beyond the Blue" mit Architekturprojekten. Daneben wird die Reihe "Künstler im Fokus" mit Alfons Schilling und Padhi Frieberger fortgesetzt, zudem finden Ausstellungen im tschechischen Josef Hoffmann-Museum und im MAK Center for Art and Architecture in Los Angeles statt. Und im nahen Stadtpark soll Chris Burden eine Riesenskulptur platzieren.
Donnerstag, 01. Februar 2007