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28.11.2001 - Ausstellung
Der hängende Baumtorso und die Seele des Feuers
Fabrizio Plessi, 61, ist Italiener und liebt das inszenierte Pathos. In der Klosterneuburger Sammlung Essl gibt er davon eine Vorstellung in einem für ihn kennzeichnenden Zusammenspiel mit dem Titel "Only Fire".
VON KRISTIAN SOTRIFFER


Der Künstler liebt den Umgang mit dem Elementaren, vor allem mit Wasser und Feuer als Metaphern. Ihren Fluß steuert er mittels elektronischer Hilfsmittel in Form von gestenreich inszenierten Videoskulpturen. Mit ihnen war er in den letzten Jahrzehnten auf allen großen Kunst-Veranstaltungen zwischen der Biennale in seinem Wirkungsort Venedig und der Kasseler documenta zugegen.

Vor zwei Jahren installierte er sein Projekt "La Stanza del Fuoco - Only Fire" in der Kestner Gesellschaft Hannover. Dort fing Agnes Essl Feuer, und so wurde das Unternehmen jetzt nach Klosterneuburg geholt und für den Großen Saal des Essl-Museums adaptiert. Leider unter dem Werk nicht adäquaten Voraussetzungen in zu feinen, zu filigranen, zu lichten Räumen, während Plessi sonst ja meist das Halbdunkel und eher massige Begleitarchitektur bevorzugt.

Im Zusammenhang mit elegant-schmissigen Entwurfszeichnungen in einem Virtrinenblock fächert sich das aus dem Zusammenspiel von ausgehöhlten, nicht entrindeten Baumtorsi mit einem simulierten Magmastrom seine Wirkung gewinnende Programm auf. Die Baumröhren, isoliert, gereiht oder gebündelt, wurden an schrägstehende rostige Metallwände mittels Seilen befestigt. Eisentische und -stühle, Äxte und andere Gegenstände spielen mit.

Zwischen dem Gewichtigen, Gewaltigen in seiner brutalen Eleganz wird eine Balance gegenüber dem ästhetisch Raffinierten von Materialoberflächen und deren Präsentationsmodi gesucht. Am spektakulärsten wirkt ein sechs Meter langes, an einer Stahltraverse befestigtes, massives Baumstück. Von ihm wird die Mitte einer Rotunde bestimmt, wobei am unteren Ende des hängenden Stammfragments Feuer ausströmt, das von einem Bassin aufgefangen wird.

Plessi liebt es, seine zwischen dem Orthodoxen ("Klassischen") und neuen technischen Mitteln korrespondierenden Arbeiten sentenzenartig zu kommentieren oder zu begleiten. So spricht er - im Ursprungsidiom liest sich das dramatischer und von mehr Emphase getragen als in der Übertragung - von einem "tronco d'albero con un anima di fuoco" - von einem Baumstamm mit einer Seele aus Feuer. Es soll unsere Seele im Rahmen einer Tonlage entzünden, die Gedanken an Ursprünge, Leidenschaften, Emotionen, Bindungen oder Entgangenes einbindet. Kein Wasser der Welt vermöge dieses Feuer je zu löschen.

Bis 17. Februar, Di-So 10 bis 19, Mi bis 21 Uhr.



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