Der Künstler liebt den Umgang mit dem Elementaren, vor
allem mit Wasser und Feuer als Metaphern. Ihren Fluß steuert er mittels
elektronischer Hilfsmittel in Form von gestenreich inszenierten
Videoskulpturen. Mit ihnen war er in den letzten Jahrzehnten auf allen
großen Kunst-Veranstaltungen zwischen der Biennale in seinem Wirkungsort
Venedig und der Kasseler documenta zugegen.
Vor zwei Jahren installierte er sein Projekt "La Stanza
del Fuoco - Only Fire" in der Kestner Gesellschaft Hannover. Dort fing
Agnes Essl Feuer, und so wurde das Unternehmen jetzt nach Klosterneuburg
geholt und für den Großen Saal des Essl-Museums adaptiert. Leider unter
dem Werk nicht adäquaten Voraussetzungen in zu feinen, zu filigranen, zu
lichten Räumen, während Plessi sonst ja meist das Halbdunkel und eher
massige Begleitarchitektur bevorzugt.
Im Zusammenhang mit elegant-schmissigen
Entwurfszeichnungen in einem Virtrinenblock fächert sich das aus dem
Zusammenspiel von ausgehöhlten, nicht entrindeten Baumtorsi mit einem
simulierten Magmastrom seine Wirkung gewinnende Programm auf. Die
Baumröhren, isoliert, gereiht oder gebündelt, wurden an schrägstehende
rostige Metallwände mittels Seilen befestigt. Eisentische und -stühle,
Äxte und andere Gegenstände spielen mit.
Zwischen dem Gewichtigen, Gewaltigen in seiner brutalen
Eleganz wird eine Balance gegenüber dem ästhetisch Raffinierten von
Materialoberflächen und deren Präsentationsmodi gesucht. Am
spektakulärsten wirkt ein sechs Meter langes, an einer Stahltraverse
befestigtes, massives Baumstück. Von ihm wird die Mitte einer Rotunde
bestimmt, wobei am unteren Ende des hängenden Stammfragments Feuer
ausströmt, das von einem Bassin aufgefangen wird.
Plessi liebt es, seine zwischen dem Orthodoxen
("Klassischen") und neuen technischen Mitteln korrespondierenden Arbeiten
sentenzenartig zu kommentieren oder zu begleiten. So spricht er - im
Ursprungsidiom liest sich das dramatischer und von mehr Emphase getragen
als in der Übertragung - von einem "tronco d'albero con un anima di fuoco"
- von einem Baumstamm mit einer Seele aus Feuer. Es soll unsere Seele im
Rahmen einer Tonlage entzünden, die Gedanken an Ursprünge, Leidenschaften,
Emotionen, Bindungen oder Entgangenes einbindet. Kein Wasser der Welt
vermöge dieses Feuer je zu löschen.
Bis 17. Februar, Di-So 10 bis 19, Mi bis 21 Uhr.
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