Bregenz (VN-ag) Das Verschmelzen von Form und Inhalt ist für
Mariella Scherling-Elia eine essentielle Bedingung ihres Schaffens.
"Körper-Dialoge" nennt sich die neue Serie von Zeichnungen, die sie
im Bregenzer Studio Drehpunkt zeigt.
Zwei Figuren, Rücken an Rücken, stumm, unbewegt. Im Blatt darüber
sitzt sich das Paar in größtmöglicher Entfernung am Bildrand
gegenüber. So statisch verhalten sich die abstrahierten Körper in
den Zeichnungen von Mariella Scherling ansonsten kaum. Bewegung,
Ausdruck unserer heutigen unruhigen Zeit, ist ein Thema, das die aus
Süd italien stammende, in Hohenems beheimatete Künstlerin immer
wieder aufgreift.
Dabei setzt Mariella Scherling auf unprätentiöse, deswegen aber
umso konzentrierter scheinende Gestaltungsmittel. Auf gedeckte,
erdige Farbtöne, auf ein stark reduziertes Formenvokabular und auf
sparsame Kontraste, die mit einem Minimum an Gesten das Maximum an
Ausdruck ausloten. Gebrochen wird diese zwingende Einfachheit
lediglich durch das handgeschöpfte Papier. Nicht unter Glas glatt
gedrückt, sondern vielmehr in den Rahmen schwebend, lösen die
Arbeiten einen Anspruch von Räumlichkeit ein.
Die äußere Form ist ihr kaum mehr als ein notwendiges Vehikel des
Ausdrucks, der "gefällige" Pinselstrich wird durch die
Spachtelbewegung ersetzt. Die Zeichnungen geben die Welt als
bewegtes System wieder. Ein Konglomerat von Vernetzungen, in denen
sich der Mensch verfängt - haltlos.