Kunst als
visuelle
Philosophie
Werner Marxx wusste, dass Bregenz noch eine dritte Galerie vertragen konnte.
ARIANE GRABHER
Bregenz (VN) Mit
dem Statement "Bregenzkannnoch eine dritte Galerie vertragen" ist der
Maler und Kunstpädagoge Werner Marxx Bosch vor ziemlich genau drei
Jahren angetreten und hat den Bodensee Artclub und die Galerie K12
gegründet. Mittlerweile findet in den Räumen an der Kirchstraße 12 die
bereits 25. Ausstellung statt, und pünktlich zum dritten Geburtstag
wagt man einen kurzweiligen, retrospektiven Blick zurück. Die Schau "K12=3"
versammelt je ein bis zwei Werke von über 15 Künstlern, die in den
vergangenen drei Jahren mit Einzelausstellungen in der Galerie präsent
waren. Das Nebeneinander und die Kommunikation von höchst
unterschiedlichen Positionen funktioniert dabei erstaunlich gut. Die
rein digital generierten Arbeiten des Schweizer Künstlers Max Grüter,
zum Beispiel die "Bombenträger", vertragen sich erstaunlich gut mit der
klassischen Malerei und dem Diptychon von Mariella Scherling-Elia, das
noch dazu "Gegensätze" betitelt ist. Max Grüters
Serigrafie "My private Space Program" ist aber auch kompatibel mit der
Mischtechnik von Uta Belina Waeger,dievis-à-vishängt,und denen beiden
etwas unverhohlen Phallisches gemeinsam ist. Die Wortspielereien von
CeCe Sauter, "A sozial", warten mit aktuellem Bezug auf, während Marc
Dern seinen "Matthäus" (nach Caravaggio) neu sampelt und Rainer
Schneider's "digitales Einhand Porträt" in seiner Art fast kubistisch
anmutet. Oswald Oberhuber ist mit einer figurativen Zeichnung und einem
ebensolchen Gemälde vertreten, dessen Farben zufällig, aber perfekt mit
einer Arbeit von Franz Türtscher korrespondieren. Idealismus
Weiters sind
Arbeiten von Robert Lettner, Willi Kopf, Rini Tandon, Manfred Egender
u. a. zu sehen, und natürlich ist die Ausstellung " K12=3" auch ein von
persönlichen Präferenzen geprägter Rückblick, der die eingeschlagene
Marschroute bestätigt. Das Resümee von Werner Marxx Bosch: " Nach wie
vor ist die zentrale Intention, den Diskurs zur Malerei und Skulptur
der Gegenwart zu fördern und reflexive Statements zur Kunst
auszustellen. Die Galerie ist nach drei Jahren etabliert. Es steckt
natürlich viel Idealismus dahinter, aber auch mit kleinem Budget ist es
möglich, gute Leute zu zeigen." Neben den etablierten Namen wie Oswald
Oberhuber oder Willi Kopf setzt Bosch dabei vor allem auch in den
kommenden Ausstellungen auf junge Künstler, um aktuelle Tendenzen in
der Kunst und seine " visuelle Philosophie" aufzuzeigen. Die Ausstellung
in der Galerie K12 in Bregenz (Kirchstraße 12) ist bis 28.Oktober zu
sehen, geöffnet Mittwoch bis Freitag, 16 bis 19, Samstag, 15 bis 19
Uhr. Marc Dern sampelt den Caravaggio neu. (Foto: Galerie K12)
|