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Acht Jahre später werden nun vor allem zwei Punkte heftig diskutiert: die Übernahme des angloamerikanischen Bakkalaureats und die längst fällige Anerkennung künstlerischer Forschung, die auch den Kunsthochschulen den Zugang zu Forschungsgeldern ermöglichen würde.
Die von Ina Wudtke und Dieter Lesage organisierte Ausstellung konzentriert sich auf Letzteres und präsentiert durchwegs spannende Forschungsprojekte von Künstlerinnen und Künstlern, die sich darin auch mit dem durch den Bologna-Prozess forcierten Diskurs der "Mobilität" und "Flexibilität" befassen: Die deutsche Künstlerin Annette Wehrmann problematisiert beispielsweise das immer häufiger auftretende Phänomen des Artist-in-Residence-Modells, das Künstlerinnen und Künstler als hypermobile Nomaden definiert, und Ina Wudtkes Film "A Portrait of an Artist as a Worker" ist eine ironisch-bittere Bestandsaufnahme ihrer täglichen Praxis, die einiges vom Trend zur flexiblen "Projektgesellschaft" erzählt. Von einer ganz anderen Seite nähert sich wiederum Hermann Asselbergh dem Thema: In Ceuta, einer spanischen Enklave in Marokko, filmt er die riesige europäische Mauer, die die Immigration der Afrikaner erschwert.
Wie wenig Mobilität Europa in Bezug auf dieses Thema verträgt, wird auch in der begleitenden Vortragsreihe verhandelt, in der am Donnerstag die Kulturtheoretikerin Kathrin Busch über die "Versprechen künstlerischer Forschung" spricht und am Freitag Stephan Dillemuth zu "The Academy and Corporate Public" referiert. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.7.2007)